Teil eines Werkes 
4. Bd. (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Wl

In demſelben Augenblicke verſchwand merkwuͤrgger Weiſe auch die Sonne, welche die Lilien auf dem franzo⸗ ſiſchen Wappen beſchienen hatte, ſo daß dieſelben, die noch eben glaͤnzend ausgeſehen hatten, ganz dunkel wurdex.

Katharina ließ die Hand ihres Sohnes ſinken.

Heinrich III. ſchauderte und ſtutzte ſich auf Chicot, der ebenfalls ſchauderte, aber aus Ehrfurcht vor dem Tode.

Miron ſprach:

Se. Hoheit iſt verſchieden. Da erhob ſich allgemeines Schluchzen in dem Vorzim⸗ 6 mer als Begleitung des Pſalmes, welchen der Cardinal! murmelte:. Gedant iniquitates meae ad vocem deprecationis meae. 8Todt! wiederholte der Koͤnig, indem er ſich bekreu⸗ zigte;mein Bruder!

Der einzige Erbe des Thrones Frankreichs, fluͤſterte Katharina, die zu ihrem letzten Sohne getreten wät. Ach, ſagte Heinrich,dieſer Thron iſt ſehr groß für einen Koͤnig ohne Erben; die Krone iſt ſehr weit für ein einziges Haupt. Keine Kinder, keine Erben! Wer wird mein Nachfolger ſein?

Als er die Worte ſprach, entſtand Laͤrm auf der Treppe und in den Saͤlen.

Nambu meldete:

Se. Hoheit der Herzog von Guiſe!

Der Koͤnig erbleichte als er dieſe Worte vernahm, die eine Antwort auf ſeine Frage zu ſein ſchienen, ſtand auf und ſah ſeine Mutter an.