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„Unſer Schickſal liegt in Gottes Hand, mein Sohn.“ Chicot,der ergriffen neben HeinrichlII.ſtand, ſetzte hinzu: „Stehen wir Gott bei, wenn wir koͤnnen, Sire!“ Der Kranke verlor gegen halb zwoͤlf Uhr die Farbe
und das Geſicht; ſein Mund ſchloß ſich und die Glieder
erſtarrten.
Heinrich ſaß am Bette ſeines Bruders; Kathatina hielt die eine kalte Hand des Sohnes.
Der Biſchof von Chateau⸗Thierry und der Cardinal von Joyeuſe ſprachen Gebete, welche alle Anweſenden kniend und mit gefalteten Haͤnden nachſagten.
Gegen Mittag ſchlug der Kranke die Augen noch ein⸗ mal auf. Die Sonne ſchien auf ſein Bett.
Franz, der bis dahin keinen Finger hatte ruͤhren kon⸗ nen und deſſen Verſtand umſchleiert geweſen war wie die Sonne, die wieder erſchien, erhob mit der Geberde eines Erſchrockenen einen Arm gen Himmel.
Er ſah ſich um, hoͤrte das Gebet, errieth ſeinen Zu⸗ ſtand und ſah vielleicht jene ſchauervolle Welt ſchon vor ſich, in welche manche Seelen gelangen, nachdem ſie die Erde verlaſſen haben.
Da ſtieß er einen gewaltigen Schrei aus und ſchlug ſich heftig auf die Stirn. Dann runzelte er die Augen⸗ brauen als leſe er in einem Geheimniſſe ſeines Lebens und murmelte:„Buſſy!— Diana!“
Dieſe letztern Worte hoͤrte nur Katharina, ſo ſchwach wurden ſie geſprochen.
Mit der letzten Silbe dieſes Namens hauchte Franz von Anjon ſeine Seele aus.


