in
287
„Die Ausdrucke aͤndern den Sinn nicht; Ihr habt meinen Bruder zuruͤckgewieſen und zur Verzweiflung ge⸗ bracht.“
„Unſchuldig, Herr, denn ich habe mich immer bemuͤht den Grafen von mir zu entfernen.“
„Das iſt Koketterie.“
„Es hat Niemand ein Recht mich anzuklagen, Herr; ich bin mir keiner Schuld bewußt; Ihr ereifert Euch und ich werde Euch nicht mehr antworten.“
„Ihr habt,“ fuhr Joyeuſe fort,„meinen Bruder un⸗ gluͤcklich gemacht und glaubt Euch durch dieſe herausſor⸗ dernde Majeſtät rechtfertigen zu koͤnnen; nein, nein, der Schritt, den ich thue, muß Euch über meine Abſichten auf⸗ klären; ich ſpreche ernſtlich und Ihr werdet gute Gruͤnde vorbringen muͤſſen, um mich zu erweichen.“
Die Hospitaliterin ſtand auf.
„Wenn Ihr gekommen ſeid, ein Weib zu beleidigen,“ ſagte ſie in derſelben kalten Ruhe,„ſo beleidiget mich; ſeid Ihr gekommen, mich auf andere Geſinnungen zu bringen, ſo vergendet Ihr die Zeit.“
„Ihrſeid kein menſchliches Weſen, ſondern ein Daͤmon.“
„Ich habe geſagt, daß ich nicht antworten wuͤrde; jetzt entferne ich mich ſogar.“
Und die Hospitaliterin that einen Schritt nach der Thuͤr zu. Joyeuſe hielt ſie zuruck.
„Noch einen Augenblick; ich ſuche Euch ſchon zu lange, als daß ich Euch ſo ſchnell fortgehen laſſen konnte. Da Euere Unempfindlichkeit mich in meinem Glauben beſtärkt, daß Ihr ein teufliſches Weſen ſeid, welches der Feind der


