Teil eines Werkes 
4. Bd. (1847)
Entstehung
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Menſchen ſandte, um meinen Bruder ungluͤcklich zu machen, ſo will ich das Geſicht ſehen, auf welches die Hölle ihre ſchwaͤrzeſten Drohungen geſchrieben hat; ich will das Feuer des verderblichen Blickes ſehen, welcher die Geiſter verwirrt.

Und Joyeuſe, der mit der einen Hand das Zeichen des Kreuzes machte, zog mit der andern den Schleier zuruͤck, welcher das Geſicht der Hospitaliterin verhuͤllte, welche ſtumm und kalt, ohne Zorn und Vorwurf ihren ſanften Blick auf dem ruhen ließ, der fie ſo beleidigte.

Herr Herzog, ſagte ſie,was Ihr thut, iſt eines Edelmannes unwuͤrdig.

So viel Sanftmuth entwaffnete den Zorn Joyeuſe's, ſo große Schoͤnheit verwirrte ihn.

Gewiß, ſprach er nach einer langen Pauſe,Ihr ſeid ſchoͤn und Heinrich mußte Euch lieben; aber Gott hat Euch die Schoͤnheit nur gegeben, damit Ihr ein anderes Leben begluͤcktet.

Habt Ihr nicht mit Euerem Bruder geſprochen? Oder hat er Euch nicht zu ſeinem Vertrauten gemacht? Sonſt wuͤrdet Ihr wiſſen, daß ich geliebt habe und nicht mehr lieben werde, daß ich gelebt habe und nun ſterben muß.

Joyeuſe hatte fortwaͤhrend Diana angeſehen; die Flamme ihrer Blicke drang tief in ſeine Seele ein.

Ja, ja, ſagte er noch einmal, aber leiſer, indem er ſeinen Blick auf ihr ruhen ließ, in welchem das Feuer des Zornes mehr und mehr erloſch,ja, ja, Heinrich mußte Euch lieben. Seid barmherzig, ich bitte Euch auf den Knien, liebt ihn wieder.

Diana blieb kalt und ſchwieg.