Ein dunkeles ehrwürdiges Haus, hinter deſſen Mauern man einige hohe Bäume bemerkte, nebſt einigen wenigen vergitterten Fenſtern und ein kleines Thor;— das war das Aeußere des Kloſters der Hospitaliterinnen.
Auf einem Steine uͤber dem Eingange war in plum⸗ pen Buchſtaben eingehauen:
Matronae hospites.
Joyeuſe klopfte an dem Thore und ließ ſeine Pferde in die nächſte Straße fuͤhren, um vor dem Kloſter kein zu großes Aufſehen zu machen.
„Man melde der Frau Superiorin,“ ſagte er,„daß der Herzog von Joyeuſe, Großadmiral von Frankreich, im Auf⸗ trage des Koͤnigs mit ihr zu ſprechen wuͤnſche.“
Die Nonne, welche hinter dem Gitter erſchienen war, errothete und entfernte ſich. 1
Funf Minuten ſpaͤter wurde die Thuͤr geoͤffnet. Joyeuſe trat in den Sprechſaal.
Ein ſchoͤne Frau von hoher Geſtalt machte vor Joyeuſe eine tiefe Verbeugung, welche der Großadmiral erwiderte.
„Der Konig weiß,“ ſagte er,„daß Ihr unter die Euri⸗ gen eine Perſon aufnehmen ſollt oder bereits aufgenommen habt, mit welcher ich zu ſprechen habe.“
„Und wie heißt ſie?“
„Das weiß ich nicht.“
„Wie kann ich in dieſem Falle Euern Wunſch er⸗
fuͤllen?“ „Das iſt leicht. Wen habt Ihr ſeit einem Monate aufgenommen?“ „Ihr bezeichnet mir dieſe Perſon zu deutlich oder nicht


