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„Im Gegentheil, lieber Bruder, ich bin wohl der Weiſeſte von Allen, denn ich allein weiß genan was ich thue.“
„Heinrich, Du hatteſt mir einen Monat verſprochen.“
„Es iſt nicht moͤglich, Bruder.“
„Noch acht Tage!“
„Nicht eine Stunde.“
„Leideſt Du wirklich ſo viel?“
„Im Gegentheil, ich leide nicht mehr und daran er⸗ kenne ich, daß das Uebel nicht zu heilen iſt.“
„Aber die Dame iſt doch nicht von Erz; man kann ſie errreichen, man kann ſie bewegen.“
„Du wirſt das Unmogliche nicht moglich machen konnen, und wenn ſie ſich auch erweichen ließe, ſo wuͤrde ich ſie jetzt nicht mehr lieben.“
„Was? Wenn ſie Dich lieben wollte, wuͤrdeſt Du ſie verſchmaͤhen? Das iſt ja reine ollheit.“
„Ach nein,“ rief Heinrich mit einem Schauer aus,„es kann zwiſchen dieſem Weibe und mir nichts mehr beſtehen.“
„Was ſoll das heißen?“ fragte Joyeuſe verwundert; „wer iſt ſie denn? Sprich, Heinrich; wir haben ja nie Ge⸗ heimniſſe vor einander gehabt.“
Heinrich fürchtete zu viel geſagt und ein Thuͤrchen ge⸗ offnet zu haben, durch welches das Auge ſeines Bruders bis zu dem ſchrecklichen Geheimniſſe blicken konnte, das ſein Herz umſchloß; er verfiel alſo in das entgegengeſetzte Ertrem und ſprach, wie es in ſolchen Fällen haufig geſchieht, um ein ihm entſchluͤpftes unvorſichtiges Wort unſchädlich zu machen, ein noch unvorſichtigeres aus.


