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„Bruder,“ ſagte er,„dringe nicht in mich; die Dame fann mir nicht angehoͤren, weil ſie Gott angehort.“
„Mährchen! Die Dame eine Nonne? Sie hat ge⸗ logen.“
„Nein, Bruder, ſie hat nicht gelogen; ſie iſt Hoſpita⸗ literin. Laß uns alſo nicht mehr von ihr ſprechen und Alle ſchonen, die ſich Gott in die Arme werfen.“
Anna hatte ſo viel Selbſtbeherrſchung, um die Freude uͤber dieſe Entdeckung ſich nicht merken zu laſſen. Er fuhr fort:
„Das iſt etwas Neues, denn davon haſt Du nie ge⸗ ſprochen.“
„Es iſt allerdings neu, denn ſie hat erſt kürzlich den Schleier genommen und ihr Entſchluß ſteht feſt wie der meinige. Halte mich alſo nicht zuruͤck, Bruder; umarme mich und laß mir Dir danken für alle Deine Gute, für alle Deine Geduld und fuͤr alle Deine unendliche Liebe gegen einen armen Unfinnigen.“
Joyeuſe betrachtete das Geſicht ſeines Bruders und ſchien von ſeiner Ruͤhrung zu erwarten, daß ſie das Vorha⸗ ben des Andern erſchuͤttere; aber Heinrich blieb unerſchüt⸗ terlich und antwortete mit ſeinem ewigen traurigen Lächeln. Joyeuſe umarmte ihn und ließ ihn gehen.
„Geh,“ dachte er bei ſich,„noch iſt nicht Alles verlo⸗ ren und ich werde Dich trotz Deiner Eile bald wieder ein⸗ holen.“
Er begab ſich zu dem Koͤnige, der im Bett fruhſtuckte. Chicot ſaß neben ihm.
„Guten Tag! Guten Tag!“ ſagte Heinrich zu Joyeuſe; Die Funfundvierzig. W. 19


