Teil eines Werkes 
4. Bd. (1847)
Entstehung
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vorging, deſſen Hauptfenſter ſich ihm gerade gegenuͤber befand.

Da Niemand bis daher ſich wagen konnte oder vielmehr durfte, ſo hatte man keine Vorſichtsmaßregeln gebraucht.

In dem Zimmer, durch deſſen Fenſter Heinrich ſehen konnte, ſtand ein reich gedeckter Tiſch mit Weinen in vene⸗ tianiſchen Glaͤſern.

An dem Tiſche warteten nur zwei Stuͤhle auf die Gaͤſte.

Der Herzog ging nach dem einen hin, ließ den Arm des Begleiters Remy's los, deutete auf den andern Stuhl und ſchien den Unbekannten aufzufordern den Mantel ab⸗ zulegen.

Die Perſon warf auch wirklich den Mantel auf einen

Stuhl und das Licht der Kerzen beleuchtete nun das bleiche und majeſtätiſch ſchoͤne Geſicht einer Dame, welche die er⸗ ſtaunten Augen Heinrichs ſofort erkannten.

Es war die Dame aus dem geheimnißvollen Hauſe in der Auguſtinerſtraße zu Paris, der Reiſende aus Flan⸗ dern, kurz jene Diana, deren Blicke todtlich waren wie Dolchſtiche.

Sie erſchien diesmal in der Tracht ihres Geſchlechts, in einem Kleide von Brocat und mit Diamanten an ihrem Halſe, in ihrem Haar und an ihrem Arme.

Unter dieſem Schmucke trat die Blaͤſſe ihres Geſichtes noch mehr hervor und ohne die Flamme, welche aus ihren Augen blitzte, haͤtte man glauben konnen, der Herzog habe durch irgend ein Zaubermittel mehr den Schatten dieſer Dame als ſie ſelbſt heraufbeſchworen.