Teil eines Werkes 
3. Bd. (1847)
Entstehung
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Naſſau, Prinzen von Hranien, berufen und zum General⸗ ſtatthalter von Brabant gemacht hatten.

Ein Wort nur uber dieſen Mann, der eine ſo große Stelle in der Geſchichte eingenommen hat und der bei uns nur fluͤchtig erſcheinen wird.

Wilhelm von Naſſau, Prinz von Oranien, war damals etwas über funfzig Jahre alt, hatte als Sohn Wilhelms von Naſſau, des Alten, und Julianes von Stolberg als Vetter des bei der Belagerung von Saint⸗Dizier gefallenen Rena⸗ tus von Naſſau den Titel Prinz von Oranien geerbt und ſchon in ſeiner Ingend, in den ſtrengſten Lehren der Refor⸗ mation erzogen, ſeinen Werth gefühlt und die Große ſeines Geſchicks erkannt.

Dieſes Geſchick, dieſe Sendung, die er vom Himmel

ſelbſt empfangen zu haben glaubte, der er ſein ganzes Le⸗ ben hindurch tren blieb und fuͤr die er wie ein Maͤrthrer ſtarb, beſtand in der Gruͤndung der Republik Holland, die er denn auch wirklich bewirkte.

In ſeiner Jugend war er von Karl V. an den Hof be⸗ rufen worden. Karl V. kannte die Wenſchen; er hatte

Wilhelm beurtheilt und der alte Kaiſer, der damals in ſei⸗ ner Hand einen ſchwerern Scepter trug als jemals eine faiſerliche Hand gehalten, hatte oftmals den Juͤngling über die wichtigſten Angelegenheiten der Politik der Niederlande zu Rathe gezogen. Ja, der junge Mann zählte kaum vier⸗ undzwanzig Jahre als ihm Karl V. in Abweſenheit des be⸗ ruͤhmten Philibert Emmanuel von Savoien das Commando der Armee in Flandern anvertrauete. Wilhelm hatte ſich damals dieſer hohen Achtung würdig gezeigt; er hatte den