Teil eines Werkes 
3. Bd. (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

42

„Optime!“ ſetzte Chicot hinzu.

„Aber,“ſprach Heinrich weiter,„Complimente fuͤr Euch ſollten uns miteinander veruneinigen, Madame? So lange mein Bruder Heinrich Euch Complimente macht, werde ich immer ſeiner Meinung ſein. Etwas Anderes wäre es, wenn man etwas Schlimmes von Euch in dem Briefe ſagte und ich wurde dann die Politik meines Bruders verſtehen.“

„Wenn man Boͤſes von mir ſagte, wurdet Ihr die Po⸗ litik Heinrichs verſtehen?“

„Ja, Heinrich von Valvis hat mir wohlbekannte Gruͤnde uns miteinander zu veruneinigen.“

„Wartet, Sire, denn die Complimente ſind nur ein ver⸗ fuhreriſcher Eingang, um zu verleumderiſchen Andeutungen uͤber Euere und meine Freunde zu gelangen.“

Margarethe erwartete nach dieſen keck hingeworfenen Worten Luͤgen geſtraft zu werden.

Chicot ließ den Kopf haͤngen, Heinrich zuckte die Achſeln.

„Seht, meine Theuere,“ ſagte er,„Ihr ſcheint doch im Ganzen das Lateiniſche auch nicht ganz gut verſtanden zu haben und wenn die boſe Abſicht wirklich in dem Briefe meines Bruders ſich befindet..“

So mild und ſanft Heinrich auch dieſe Worte ſprach, die Königin von Navarra warf ihm einen Blick voll Miß⸗ trauen zu.

„Verſtehet mich ganz, Sire,“ ſagte ſie.

„Ich verlange gar nicht mehr, Gott iſt mein Zeuge, Madame,“ antwortete Heinrich.

„Braucht Ihr Euere Diener, ja oder nein?“ 3

„Ob ich ſie brauche, meine Theuere? Eine ſchoͤne

3

mi