Teil eines Werkes 
3. Bd. (1847)
Entstehung
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„Es iſt ein ſchaͤndlicher Brief, Sire.“ „Ah 10.

„Ja, der mehr Verleumdungen enthalt als räthig ſind, nicht nur einen Mann nit ſeiner Frau, ſondern auch einen Freund mit allen ſeinen Freunden zu veruneinigen.“

Oho!⸗ ſagte Heinrich indem er aufſtand und auf ſeinem von Natur ſo offenen Geſichte erzwungenes Mißtrauen er⸗

ſcheinen ließ,„einen Mann mit ſeiner Frau zu veruneinigen, alſo Euch und mich?“

„Euch und mich, Sire.“

„Und wodurch, Liebe?“

Chicot ſtand auf Dornen und er hätte viel darum ge⸗ geben, ob er gleich großen Hunger hatte, wenn er ſich ſo⸗ gleich, ohne gegeſſen zu haben, hatte niederlegen können.

„Die Wolke wird platzen,“ murmelte er vor ſich hin, „die Wolke wird platzen.“

„Sire,“ ſagte die Königin,„ich bedauere ſehr, daß Ew. Maj. die lateiniſche Sprache vergeſſen hat, in der

Ihr gewiß Unterricht genoſſen habt.“

„Ich errinnere mich von allem Lateiniſchen, das ich ge⸗ lernt habe, nur noch der Worte: deus et virtus aeterna, eine ſeltſame Zuſammenſtellung des Masculinnums und Fe⸗ mininums, welche mir mein Lehrer nur durch das Griechi⸗ ſche erklären konnte, das ich noch weniger verſtand als das Lateiniſche.“

„Sire,“ fuhr die Koͤnigin fort,„wenn Ihr den Brief verſtändet, würdet Ihr viele Complimente jeder Art für mich darin finden.“

„Sehr wohl,“ ſagte der Koͤnig.

Die Fünfundvierzig. M. 4