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„Warum das?“ fragte der Konig, der ſich dann zu ſeiner Frau mit der Frage wendete:„nun? Madame?“
Margarethe ſammelte ſich einen Augenblick, als wenn ſie jeden Redeſatz, den ſie von Chicot gehoͤrt, einzeln überdenke.
„Unſer Bote hat Recht, Sire,“ ſagte ſie ſodann, als ſie ihren Entſchluß gefaßt hatte,„das Lateiniſche iſt ein übeles Anzeichen.“
„Wie,“ fiel Heinrich ein,„dieſer liebe Brief enthielt
ſchlimme Worte? Der Koͤnig, Euer Bruder, iſt ja ein gro⸗
ßer Gelehrter und noch artigerer Mann.“
„Selbſt wenn er mich in meinem Tragſeſſel beleidigen läßt, wie mir das einige Stunden vor Sens geſchah als ich von Paris abreiſete, um mich zu Euch zu begeben, Sire?“
„Wenn man einen Bruder von ſtrengen Sitten hat,“
ſagte Heinrich in dem unbeſchreiblichen Tone, welcher die Mitte zwiſchen Ernſt und Scherz hielt,„einen Bruder, der Koͤnig iſt und alles ſehr ſtreng nimmt..“
„So muß er es beſonders genau mit der wirklichen Ehre ſeiner Schweſter und ſeines Hauſes nehmen, denn ich glaube nicht, Sire, daß wenn Katharina dAlbret, Euere
Schweſter, irgend ein Aergerniß gabe, Ihr dies Aergerniß
durch einen Capitain der Garde veröffentlichen laſſen
wuͤrdet.“
„O ich bin ein patriarchaliſcher und gutmuthiger Bur⸗ gersmann,“ ſagte Heinrich,„ich bin kein König oder ein lächerlicher und ich lache.. Aber der Brief, der Brief! Da
er an mich gerichtet iſt, moͤchte ich auch viſez was er
enthaͤlt.“


