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der Mann bald die Frau herrſcht, je nach dem Tempera⸗ ment des Mannes oder der Frau.“
Chicot verbeugte ſich.
„Das iſt ſicherlich,“ ſagte er,„der beſte Grund, den ich kenne, Sire.“
„Um ſo beſſer; es freut mich, mehr Philoſoph zu ſein als ich ſelbſt glaubte“ Aber nun wieder zu dem Briefe, denn ich brenne vor Verlangen Nachrichten von dem Hofe Frankreichs zu erhalten und nun bringt mir ſie der brave Chicot in einer unbekannten Sprache. Sonſt..“
„Sonſt?“ wiederholte Margarethe.
„Würde ich mich eher ergotzt haben, ventre saint-gris! Ihr wißt ja, wie gern ich Neuigkeiten, beſonders etwas ſcandaloͤſe hore, die mein Bruder Heinrich von Valois ſo gut zu erzählen verſteht.“
Und Heinrich von Navarra ſetzte ſich nieder während er ſich die Haͤnde rieb.
„Nun, Herr Chicot,“ fuhr er mit der Miene eines Mannes fort, der ſich eine recht ergotzliche Unterhaltung verſpricht,„Ihr habt den Brief meiner Frau vorgeſagt, nicht wahr?“
„Ja, Sire.“
„So ſagt mir, liebe Frau, was der Brief enthaͤlt.“
„Fürchtet Ihr nicht, Sire,“ ſagte Chicot, den das un⸗ gezwungene Benehmen, mit welchem ihm das gekronte Paar vorausging, aus aller Verlegenheit half,„daß die lateiniſche Sprache, in der das fragliche Schreiben abge⸗ faßt iſt ein übeles Anzeichen ſei?“


