Teil eines Werkes 
3. Bd. (1847)
Entstehung
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gewohnlichſten Accente, damit es um ſo laͤnger dauere, ehe die Königin ihn verſtehe; aber ſo geſchickt er auch ſein eige⸗ nes Werk verdarb, Margarethe errieth es ſofort und ver⸗ heimlichte ihren Zorn und Unwillen nicht.

Je weiter Chicot mit dem Briefe kam, um ſo tiefer ver⸗ ſank er in die Verlegenheit, die er ſich geſchaffen hatte; an manchen gefährlichen Stellen ſenkte er die Naſe wie ein Beichtiger, der uber das Gehoͤrte erroͤthet und dieſes Spiel ſeiner Geſichtsmuskeln hatte den Vortheil fuͤr ihn, daß er die Augen der Konigin nicht funkeln ſah als ſie ihre ehe⸗ lichen Vergehen ſo beſtimmt angeben horte.

Margarethe kannte die raffinirte Boswilligkeit ihres Bruders recht wohl; ſie hatte bei gar vielen Gelegenheiten Beweiſe davon erhalten; ſie wußte auch, denn ſie verheim⸗ lichte ſich ſelbſt nichts, woran ſie mit den Vorwaͤnden war, die ſie vorgebracht hatte und die ſie noch vorbringen konnte und ſo richtete ſie in dem Maße, wie Chicot ſprach, die Wage in ihrem Geiſte zwiſchen dem rechtmaͤßigen Zorne und der begruͤndeten Furcht.

Sich unwillig zu zeigen, zur rechten Zeit mißtrauiſch zu ſein, die Gefahr zu vertreiben und den Schaden abzuwen⸗ den, die Ungerechtigkeit zu beweiſen und die Warnung zu benutzen, daran dachte ſie angeſtrengt waͤhrend Chicot den Brief weiter herſagte.

Man darf nicht glauben, daß Chicot immer mit nieder⸗ geſchlagenen Angen daſtand, er ſchlug bald das eine bald das andere auf und ſo beruhigte er ſich indem er ſah, daß die Königin unter ihren halb zuſammengezogenen Augen⸗ brauen im Stillen einen Entſchluß faßte.