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„Ich verſtehe. Dieſer Brief war von Wichtigkeit und Iyr fürchtetet, ihn zu verlieren oder geraubt zu ſehen.“
„So iſt es, Madame; aber Ew. Maj. moͤge mich nun entſchuldigen, der Brief war in lateiniſcher Sprache ge⸗ ſchrieben.“
„Sehr wohl,“ entgegnete die Koͤnigin.„Ihr wißet, daß ich Lateiniſch verſtehe.“ „Verſteht es auch der Koͤnig von Navarra?“ fragte Chicot.
„Werther Herr Chicot,“ antwortete Margarethe,„es laͤßt ſich ſchwer ergruͤnden, was der Koͤnig von Navarra verſteht oder was er nicht verſteht.“
„Ach!“ rief Chicot aus, denn er freute ſich, daß er nicht allein nach der Aufloͤſung des Räthſels ſuchte.
„Wenn dem Scheine zu trauen iſt,“fuhr Margarethe
ſort,„ſo weiß er ſehr wenig davon, denn er verſteht es nie
oder ſcheint es wenigſtens immer nicht zu verſtehen, wenn ich mit Jemandem am Hofe in dieſer Sprache rede.“
Chieot biß ſich auf die Lippen.
„Habt Ihr ihm den Brief vorgeſagt?“ fragte Mar⸗ garethe.
„Er war an ihn gerichtet.“
„Und ſchien er ihn zu verſtehen?“
„Nur zwei Worte.“
„Welche?“
„Turennius et Margota.“
„Turennius et Margota?“
„Ja, dieſe beiden Worte kommen in dem Briefe vor.“
„Und was that er da?“


