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Maj. den Koͤnig von Navarra, den St. Maj. der König an Euch ſendet, wuͤnſcht mit Ew. Maj. zu ſprechen.“
Eine plotzliche Roͤthe uberflog das ſchoͤne Antlitz Mar⸗ garethens; ſie kehrte ſich lebhaft und mit dem peinlichen Gefühle um, das bei jeder Gelegenheit lange verletzte Her⸗ zen empfinden.
Chicot ſtand unbeweglich zwanzig Schritte von ihr.
Ihre ſcharfen Augen erkannten an der Haltung und Form— denn der Gascogner zeichnete ſich an dem gelb⸗ rothlichen Hintergrund des Himmels ab— eine bekannte Geſtalt, ſo daß ſie den Kreis verließ, ſtatt dem Angekomme⸗ nen zu befehlen näher zu treten.
Indem ſie ſich aber umdrehete, um der Geſellſchaft Le⸗ bewohl zu ſagen, winkte ſie leicht mit den Fingern einem der am reichſten gekleideten und ſchoͤnſten Herren.
Der Abſchied fuͤr alle war wirklich ein Abſchied fuͤr einen einzigen.
Da indeß der bevorzugte Herr nicht ohne Beſorgniß zu ſein ſchien, trotz dem Gruße, der ihn haͤtte beruhigen ſol⸗ len und da das Ange eines Weibes alles ſieht, ſo ſagte Margarethe:
„Herr von Turenne, ſagt doch den Damen, daß ich au⸗ genblicklich wieder komme.“
Der ſchoͤne Herr im weiß und blauen Wamms ver⸗ bengte ſich leichter als es ein gleichgiltiger Hofling gethan haben wuͤrde.
Die Koͤnigin kam darauf raſchen Schrittes auf Chicot zu, welcher ſich nicht ruhrte und dieſen ganzen Auftritt beob⸗ achtet hatte, der zu den Worten in dem Brief ſo wohl paßte.


