Dieſe Bemerkungen und Reflectionen machte Chicot, der die Menſchen mehr als irgend Jemand zu beobachten verſtand, obgleich ihm erſt geringe Anhaltepunkte gegeben waren.
Nach den Weiſungen Heinrichs war er Anfangs in dem Palaſt erſchienen, aber er hatte Niemanden gefunden. Margarethe befand ſich, ſagte man ihm, am Ende der mit dem Fluſſe parallel laufenden ſchonen Allee, welche die be⸗
rühmte Allee von dreitauſend Schritten war.
Als er zwei Dritttheile dieſer Allee ſelbſt zuruͤck gelegt
hatte, bemerkte er unter einem Gebuͤſch von ſpaniſchem Flie⸗ der, Ginſter und Kletterpflanzen eine Gruppe, die bunt von Bändern, Federn und Degen ausſah. Dieſer ſchoͤne Tand war zwar vielleicht etwas abgenützt, etwas aus der Mode, für Nerac aber noch immer glänzend und ſelbſt blendend. Chicot ſogar, der geradewegs von Paris kam, erfreute ſich an dem Anblicke.
Da ein königl. Page vor Chicot herging, ſo erkannte die Koͤnigin, deren Augen mit der ewigen Unruhe der me⸗ lancholiſchen Herzen umherirrten„die Farben Navarras und rief ihn.
„Was willſt Du, d'Aubiac?“ fragte ſie.
Der junge Mann, der Knabe ſollten wir vielleicht ſa⸗ gen, denn er war kaum zwölf Jahre alt, errothete und beugte ſein Knie vor Margarethen.
„Madame,“ ſagte er in franzöſfiſcher Sprache, denn die 5 Koͤnigin verlangte, daß man im Dienſt und in Geſchaften keinen Gebrauch von dem Patvis des Landes mache, Herr von Paris, ein Geſandter aus dem Louvre an Se.


