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Sie zeichnete ſich indeß noch immer durch eine bemer⸗ kenswerthe Schoͤnheit, beſonders durch eine phyſiognomiſche Schoͤnheit aus, die zwar bei Perſonen niedern Ranges we⸗ niger auffaͤllt, aber bei den Hochſtehenden gefällt, denen man die Ueberlegenheit der koͤrperlichen Schoͤnheit immer gern zugeſteht. Margarethe beſaß ein gutmuthiges heiteres
Lächeln, ein feucht⸗glanzendes Auge und zierliche wohlge⸗
fallige Bewegungen; ſie war mit einem Worte noch immer eine liebenswerthe Perſoͤnlichkeit.
Als Frau ging ſie wie eine Koͤnigin einher; als Kö⸗
nigin hatte ſie die Haltung einer ſchoͤnen Frau.
Sie wurde deshalb auch in Nerae faſt vergöttert, wo ſie Eleganz, Heiterkeit und Leben eingefuͤhrt hatte. Es war ja fuͤr ſie, eine Prinzeſſin aus Paris, eine Tugend, daß ſie den Aufenthalt in der Provinz mit Geduld ertrug und die Leute in der Provinz rechneten ſie ihr hoch an.
Ihr Hof war nicht blos ein Hof von adeligen Herren und Damen; das ganze Volk liebte ſie gleichzeitig als Kö⸗ nigin und als Frau. Auch waren ja die Töne ihrer Floten
und Geigen wie die Wohlgeruͤche und Ueberreſte ihrer Feſt⸗
mähler fuͤr Jedermann.
Sie verſtand die Zeit ſo anzuwenden, daß ihr jeder Tag etwas brachte und keiner fuͤr ihre Umgebungen ver⸗ loren war.
Margarethe, die voll Gift und Galle gegen ihre Feinde
aber geduldig war, um ſich beſſer rächen zu können, die
inſtinetmäßig unter der Huͤlle der Sorgloſigkeit und Lang⸗ 3
muth Heinrichs von Navarra ein Uebelwollen gegen
ahute, die ohne Freunde und Verwandte war, hatte ſich


