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„Wie ſo, Sire.“
„Wenn man nun die Sprache nicht kennt, in welcher Ihr gedruckt ſeid?“
„O, Sire, die Koͤnige konnen Alles.“
„Das ſagt man dem Volke, Herr Chicot, und das ſagen die Schmeichler den Königen.“
„Dann freilich, Sire, iſt es unnoͤthig Ew. Maj. den Brief herzuſagen, den ich auswendig gelernt habe, weil wir Beide ihn nicht verſtehen werden.“
„Hat das Lateiniſche nicht große Aehnlichkeit mit dem Italieniſchen?“
„So verſichert man, Sire.“
„Und mit dem Spaniſchen?“
„Eine ſehr große, wie man ſagt.“
„Dann wollen wir es verſuchen; ich verſtehe ein wenig Italieniſch und mein gascogniſches Patvis gleicht ſo ziem⸗ lich dem Spaniſchen. Vielleicht verſtehe ich Lateiniſch, ohne es jemals gelernt zu haben.“
Chicot verbeugte ſich.
„Ew. Maj. beſiehlt alſo?“
„Das heißt ich bitte Euch, Herr Chicot.“
Chicot begann:
„Frater carissime,
„Sincerus amor quo te prosequebatur germanus „noster Carolus nonus, functus nuper, colet usque re- „giam nostram et pectori meo pertinaciter adhaeret.«
Heinrich zuckte nicht mit den Wimpern, aber bei dem letzten Worte winkte er Chicot inne zu halten.
„Wenn ich mich nicht ſehr irre,“ ſagte er,„ſo ſpricht
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