Teil eines Werkes 
3. Bd. (1847)
Entstehung
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Sin

Zuenſt Euer Beglaubigungsſchreiben; es iſt zwar bei Euch eine nutzloſe Förmlichkeit, aber ich will Euch doch zei⸗ gen, daß wir unſere Königspflicht kennen, wenn wir auch ein bearner Bauer ſind.

Sire, ich bitte Ew. Maj. um Verzeihung, antwor⸗ tete Chicot,aber ich habe mein Beglaubigungsſchreiben ins Waſſer geworfen, im Feuer verbrannt, in der Luft zerſtreut.

Warum das, werther Herr Chicot?

Weil man, wenn man ſich als Geſandter nach Na⸗ varra begiebt, nicht ſo reiſet, als ginge man nach Lyon, um Tuch zu kaufen und weil man furchten muß, wenn man die gefaͤhrliche Ehre hat, königliche Schreiben bei ſich zu haben, dieſelben zu den Todten zu bringen.

Allerdings, ſagte Heinrich mit vollkommener Gut⸗ muͤthigkeit,ſind die Straßen nicht ſicher und wir in Na⸗ varra muͤſſen uns aus Mangel an Geld auf die Ehrlichkeit der Bauern verlaſſen, die übrigens nicht arg ſtehlen.

O, rief Chicot aus,ſie ſind Bauern, wahre kleine Engel, Sire, aber nur in Navarra.

Ah ha! antwortete Heinrich.

Ja, denn außerhalb Navarra trifft man Wolfe und Geier bei jeder Beute. Ich war eine Beute, Sire, und deshalb hatte ich auch meine Woͤlfe und Geier.

Die Euch indeß, wie ich mit Vergnuͤgen ſehe, nicht ganz aufgezehrt haben.

Ventre de biche, Sire, ſie hätten es gar gern ge⸗ than und boten auch alle ihre Kraͤfte auf; aber ſie fanden