Teil eines Werkes 
3. Bd. (1847)
Entstehung
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Herr Chicot, begann der Koͤnig,aber ich kann es nicht unterdruͤcken. Ich habe Euch ſo lange fuͤr todt gehalten, daß ich noch immer kaum an Euer Leben glauben kann, wie ſehr ich mich auch uber Euere Auferſtehung freue. Warum ver⸗ ſchwandet Ihr ſo plötzlich aus dieſer Welt?

Nun, Sire, entgegnete Chicot mit ſeiner gewöhn⸗ lichen Freimuthigkeit,Ihr verſchwandet ja auch aus Vin⸗ cennes. Jeder entfernt ſich nach ſeinen Mitteln und beſon⸗ ders nach ſeinen Beduͤrfniſſen.

Ihr beſitzet noch immer mehr Geiſt als alle andern, werther Herr Chicot, ſagte Heinrich,und gerade daran erkenne ich es, daß ich nicht mit Euerem Schatten rede.

Dann nahm er eine ernſthafte Miene an und ſetzte hinzu:

Wollen wir aber den Geiſt bei Seite laſſen und von den Geſchäften ſprechen?

Ich ſtehe zu Befehl, wenn es Ew. Maj. nicht zu ſehr ermüdet.

Das Auge des Konigs funkelte.

Mich ermuͤden? wiederholte er, aber gleich ſetzte er in anderem Tone und ruhig hinzu,ich roſte allerdings hier ein wenig. Ermuͤdet bin ich aber nicht ſo lange ich nichts

thue. Heute hat zwar Heinrich von Navarra ſeinen Leib ſchon hier und dort hin geſchleppt, aber der Koͤnig hat ſeinen Geiſt noch nicht angeſtrengt.

Das freut mich, Sire, antwortete Chicot,denn als Geſandter eines Koͤnigs, Eueres Vetters und Freundes habe ich En. Maj. ſehr delicate Auftraͤge zu uberbringen.

So ſprecht raſch, denn Ihr reizt meine Neugierde.