Teil eines Werkes 
3. Bd. (1847)
Entstehung
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Chicot hatte mehr Andeutungen und Nachrichten er⸗ halten als er brauchte, um einen Plan darauf zu bauen.

Er kannte Margarethen, weil er ſie in Paris hatte Hof halten ſehen und ubrigens wußte er, daß ſie gewiß ei⸗ nen Grund hatte, eine Binde uͤber die Augen zu legen, wenn ſie in Liebesangelegenheiten nicht hell ſah.

Hm, ſagte er,nun gehen mir die Cypreſſenalleen mit dreitauſend Schritten Schatten unangenehm im Kopfe herum. Ich ſoll in Nerac Leuten die Wahrheit ſagen, welche Alleen von dreitauſend Schritten und ſo dichtem

Schatten haben, daß die Frauen nicht einmal ihre Maͤnner mit den Geliebten darin gehen ſehen? Man wird mich hier ſehr uͤbel anſehen, um mich zu lehren, ſo angenehme Pro⸗ menaden zu ſtoͤren! Gluͤcklicherweiſe kenne ich die Philo⸗ ſophie des Koͤnigs und rechne auf ſie. Und dann bin ich ja auch Geſandter, ein geweihetes Haupt! Alſo vorwärts!

Chicot ſetze ſeinen Weg fort.

Abends gelangte er nach Nerac gerade zur Zeit jener Promenaden, die den Koͤnig von Frankreich und deſſen Ge⸗ ſandten ſo ſehr beſchaͤftigen.

Auch konnte Chicot an der Art, wie er zu einer Au⸗ dienz gelaſſen wurde, ſich üͤberzeugen wie wenig ſtreng die Etikette da war.

Ein gewoͤhnlicher Kammerdiener oͤffnete ihm die Thuͤr eines ländlichen Saales, an deſſen Eingange eine Menge Blumen ſtanden. Neben dieſem Saal befanden ſich die Vorzimmer des Königs und das Zimmer, welches er am Tage gern bewohnte, um jene unbedeutenden Audienzen zu geben, mit denen er ſo verſchwenderiſch umging.