12
„Und der Koͤnig hat ſich der Foſſeuſe zugewendet?“ fragte Chicot.
„Mein Gott ja, zumal da ſie guter Hoffnung iſt.“
„Und was ſagt die Königin?“ fragte Chicot.
„Die Koͤnigin?“ wiederholte der Officier.
„Ja, die Koͤnigin.“
„Die Koͤnigin legt ihren Schmerz am Fuße des Kru⸗ eifires nieder,“ ſagte der Geiſtliche.
„Auch weiß ſie von allen dem nichts,“ ſetzte der Offi⸗ cier hinzu.
„Das iſt nicht möglich,“ behauptete Chicot.
„Warum nicht?“ fragte der Officier.
„Weil Nerae keine ſo große Stadt iſt, daß etwas darin unbekannt bleiben könnte.“
„Ja,“ erwiderte der Geiſtliche,„es iſt da ein Park und in dieſem Park giebt es eine dreitanſend Schritte lange Allee von Cypreſſen, Platanen und praͤchtigen Sy⸗ comoren mit ſo dichtem Schatten, daß man bei hellem Tage nicht zehn Schritte weit ſehen kann. Wie dunkel mag es da in der Nacht ſein!“
„Auch iſt die Koͤnigin ſehr beſchaͤftiget,“ ſagte der Geiſtliche.
„Beſchaͤftiget?“
„Womit?“
„Mit Gott,“ antwortete der Geiſtliche.
„Mit Gott?“ fragte Chicot.
„Warum nicht?“
„Die Koͤnigin iſt alſo fromm?“


