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„Mein Bruder ſchreibt mir in ſeinem Briefe, daß Ihr Euch geſtellt hättet als kenntet Ihr ihn nicht. Da Ihr ihn dort nicht kanntet, warum bedientet Ihr Euch ſeines Namens um zu mir zu gelangen?“
„Herr von Mayenne ſchien unbekannt bleiben zu wol⸗ len und ich hielt es fuͤr Pflicht ihm nicht merken zu laſſen, daß ich ihn kenne; auch durfte es wirklich ein Uebelſtand ſein, wenn die Bauern, bei denen er ſich befindet, wiſſen, welchen erlauchten Verwundeten ſie aufgenommen haben. Hier beſtand dieſer Uebelſtand nicht mehr; im Gegentheil der Name des Herrn von Mayenne konnte mir einen Weg zu Euch bahnen und ich benutzte ihn. Ich glaube alſo in dieſem Falle, wie in dem andern, als rechtlicher Mann gehandelt zu haben.“
Mayneville ſah die Herzogin an als wollte er ihr ſagen:
„Er iſt ſchlau, Madame.“
Die Herzogin verſtand ihn ſehr gut; ſie ſah Ernauton lächelnd an und ſagte:
„Es kann ſich Niemand beſſer aus einer ſchlimmen Frage ziehen; ich muß geſtehen, Ihr ſeid ein Mann von vielem Geiſt.“
„In dem, was ich die Ehre habe geſagt zu haben, ſehe ich nichts Geiſtreiches, Madame,“ antwortete Ernauton.
„So viel,“ ſagte die Herzogin mit einer Art Ungeduld, „ſehe ich in allem deutlich, daß Ihr nichts ſagen wollet. Vielleicht bedenkt Ihr es nicht genug, daß die Dankbarkeit eine ſchwere Laſt für Jemanden iſt, der meinen Namen träͤgt, daß ich eine Dame bin, daß Ihr mir zwei Mal einen


