Teil eines Werkes 
2. Bd. (1847)
Entstehung
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rathſt Du vielmehr in mir die Herrin nicht oder fiehſt Du hier die Augen einer Dienerin glänzen? Ich bin die Her⸗ zogin von Montpenſier; gieb mir den Brief.

Ihr ſeid die Herzogin? wiederholte Ernauton und trat erſchrocken zuruck.

Allerdings gieb her. Siehſt Du nicht, daß ich ſchnell erfahren muß, was meinem Bruder widerfah⸗ ren iſt?

Aber ſtatt zu gehorchen wie es die Herzogin erwartete, ſchlug der junge Mann, der ſeine Ruhe wieder gefunden hatte, die Arme auf der Bruſt ubereinander.

Und wie ſoll ich Euern Worten glauben, fragte er, da Euer Mund ſchon zwei Mal mir eine Unwahrheit geſagt hat?

Die Augen, welche die Herzogin bereits zur Unter⸗ ſtuͤtzung ihrer Worte angerufen hatte, ſchoſſen zwei toͤdt⸗ liche Blitze, aber Ernauton hielt die Flamme muthig aus.

Ihr zweifelt noch, Ihr verlangt Beweiſe, wenn ich et⸗ was verſichere? rief die gebieteriſche Frau, indem ſie mit ihren ſchonen Händen die Spitzenmanſchetten zerriß.

Ja, Madame,antwortete Ernauton kalt.

Die Herzogin griff haſtig nach einer Klingel, die ſie faſt zerbrach, ſo heftig bewegte ſie dieſelbe. Der Schall drang gellend durch alle Gemächer und ehe er verklungen war, trat ein Diener ein.

Was gebietet Madame? fragte er.

Die Dame ſtampfte zornig mit dem Fuße.

Mayneville, ſagte ſie,Mayneville ſoll kommen. Iſt er nicht hier?

Die Fuͤnfundvierzig. I. 15