Teil eines Werkes 
2. Bd. (1847)
Entstehung
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Mayenne geſchworen, dieſen Brief nur der Frau Herzogin von Montpenſier ſelbſt zu uͤbergeben.

Sagt lieber, fiel die Dame ein, die wieder ruhiger wurde,daß Ihr keinen Brief habt, daß dieſer Brief trotz Euern angeblichen Bedenklichkeiten nur ein Vorwand war, in dieſes Haus zu kommen, ſagt, daß Ihr mich blos ſehen wolltet. Euer Verlangen iſt befriediget; Ihr ſeiv nicht nur hereingekommen, Ihr habt mich nicht nur geſehen, ſondern habt mir auch geſagt, daß Ihr mich liebt.

Ich habe darin wie in allem übrigen die Wahrheit geſagt, Madame.

Mag ſein; Ihr liebt mich, Ihr habt mich ſehen wollen, Ihr habt mich geſehen und ich habe Euch fuͤr einen Dienſt ein Vergnügen gewährt. Wir ſind quitt. Lebt wohl.

Ich werde Euch gehorchen, ſagte Ernauton,und gehe, da Ihr mich verabſchiedet.

Diesmal wurde ſie denn wirklich zornig.

Wenn Ihr auch mich kennt, ſo kenne ich Euch doch nicht, ſagte ſie.Meint Ihr nicht ſelbſt, daß Ihr gegen mich im Vortheil ſeid? Ihr glaubt alſo, es reiche hin, unter irgend einem Vorwande in das Haus einer Fuͤrſtin zu gehen, denn Ihr ſeid hier in dem Hauſe der Herzogin von Montpenſier, und zu ſagen: meine Intrigue iſt gelun⸗ gen und ich gehe? Herr, ſo handelt kein Ehrenmann.

Madame, entgegnete Ernauton,Ihr gebt dem einen ſehr harten Namen, was doch nur eine Liebesliſt ſein wuͤrde, wenn es nicht, wie ich zu ſagen die Ehre hatte, eine Sache von der hoͤchſten Wichtigkeit und der reinſten