Teil eines Werkes 
2. Bd. (1847)
Entstehung
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Nicht ſelten dehnte ſich der Fechter weit nach vorn oder zog ſich weit zuruck, ſprang zur rechten oder linken Seite oder ſtuͤtzte eine Hand auf den Boden, da nicht blos die Ge⸗ wandtheit der Hand, ſondern auch die der Beine und des ganzen Koͤrpers eine der erſten Erforderniſſe der Kunſt war.

Chicot ſchien die Kunſt nicht in dieſer Schule gelernt zu haben, im Gegentheile bereits die moderne Art zu ahnen, bei welcher die ganze Ueberlegenheit und nament⸗ lich die ganze Grazie in der Gelenkigkeit der Hand und in der beinahe gänzlichen Unbeweglichkeit des Koͤrpers liegt. Er ſtellte ſich gerade und feſt auf das eine oder das andere Bein und der Degen erſchien in ſeiner gefuͤgigen und doch kräftigen Hand von der Spitze bis zur Mitte der Klinge ein biegſames Rohr, von dem Griffe bis zur Mitte dagegen unbiegſamer Stahl zu ſein.

Bei den erſten Bewegungen handhabte Jacob, als er dieſen Mann von Erz vor ſich ſtehen ſah, an welchem nur das Handgelenk zu leben ſchien, die Waffe ungeduldig, und Chicot brauchte nur den Arm oder das Bein etwas vorzu⸗ ſtrecken, ſobald er eine Bloͤße ſeines Gegners bemerkte und man kann ſich vorſtellen, wie haͤufig ſolche Bloßen bei der Gewohnheit vorkamen, bald zu hauen, bald zu ſtechen. Bei jeder dieſer Bloßen ſtreckte ſich alſo dieſer lange Arm aus und brachte der Bruſt des jungen Moͤnchs einen ſo regelrechten Stoß bei, als wenn er durch einen Mechanis⸗ mus und nicht durch ein Organ von Fleiſch und Bein ge⸗ fuhrt werde. 6