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kein anderes Vermögen, als das meinige; das arme Kind! ich muß darüber wachen, denn ich bin gewiſſer⸗ maßen nur der Namensleiher.“
„Und was wollt Ihr aus Ravul machen?“
„Ich überlaſſe ihn Euch, mein Freund. Man wird in Flandern Krieg führen; Ihr nehmt ihn mit; denn ich befürchte, der Aufenthalt in Blois iſt ſeinem jungen Kopfe gefährlich. Behaltet ihn bei Euch und lehrt ihn brav und rechtſchaffen ſein, wie Ihr es ſeid.“
„Und ich werde Euch alſo nicht mehr haben, Athos? Aber ich habe wenigſtens ihn, dieſen theuren blonden Kopf, und obgleich es nur ein Kind iſt, ſo werde ich doch, da Euere ganze Seele ſich in ihm wiederbelebt, theurer Athos, ſtets glauben, Ihr ſeiet, mich begleitend, mich unterftützend, bei mir.“
Die vier Freunde umarmten ſich Thränen in den Augen.
Dann trennten ſie ſich, ohne zu wiſſen, ob ſie ſich je wieder ſehen würden.
DArtagnan kehrte in die Rue Tiquetonne mit Porthos zurück. Dieſer war beſtändig in Gedanken verſunken und ſuchte, wer der Mann wäre, den er erſchlagen hatte. Als man vor den Gaſthof zur Reh⸗ ziege gelangte, fand man die Equipage des Barons bereit und Mousqueton im Sattel.
„Hört, dArtagnan,“ ſagte Porthos,„verlaßt den Dienſt und kommt mit mir nach Pierrefonds, nach Bracieur oder in das Vallon. Wir werden von un⸗ ſern Gefährten ſprechend mit einander alt werden.“
„Nein,“ ſagte dArtagnan;„den Teufel, der Feld⸗ zug eröffnet ſich, und ich will dabei fein. Ich hoffe wohl etwas dabei zu gewinnen.“
„Und was hofft Ihr denn zu werden?“
„Marſchall von Frankreich, bei Gott!“
„Ah, ah!“ rief Porthos und ſchaute d'Artagnan an, in deſſen Gasconnaden er ſich nie hatte ganz fin⸗ den können,


