248 nun den Zorn oder den Enthuſiasmus zur urſache
haben.
Obſchon ſeit fünf bis ſechs Tagen im Kerker, hatte doch der Gefangene dieſelbe Sorge auf ſich verwendet: ſein mehrere Linien langer Bart hob noch mehr das Matte ſeiner Geſichtshaut hervor und bezeichnete allein eine Vernachläſſigung, an welcher nicht der Gefangene, ſondern der Umſtand Schuld war, daß man ihm ein Raſirmeſſer zu geben oder ihn zu barbieren ſich gewei⸗ gert hatte.
Nachdem er Pitou und Billot in ſeine Arme ge⸗ ſchloſſen, wandte er ſich gegen die in ſein Gefängniß eingedrungene Menge.
Dann, als ob ein Augenblick genügt hätte, um ihm die ganze Herrſchaft über ſich ſelbſt wieder zu verleihen, ſprach er:
„Der Tag, den ich vorhergeſehen, iſt gekommen. Dank Euch, meine Freunde, Dank dem ewigen Geiſte, der über der Freiheit der Völker wacht.“
Und er reichte ſeine beiden Hände der Menge, welche, an der Höhe feines Blickes, an der Würde ſeiner Stimme einen erhabenen Mann erkennend, dieſelben faum zu berühren wagte.
Pann verließ er ſeine Zelle und ging allen dieſen Menſchen, geſtützt auf die Schulter von Billot und gefolgt von Pitou und ſeinen Befreiern, voran.
Der erſte Augenblick war von Gilbert der Freund⸗ ſchaft und der Dankbarkeit geſchenkt worden, der zweite hatte die Entfernung feſtgeſtellt, welche zwiſchen dem gelehrten Dortor und dem unwiſſenden Pächter, dem guten Pitou und dieſer ganzen Menge, die ihn befreit, ſtattfand.
Bei der Thüre angelangt, blieb Gilbert vor dem Lichte des Himmels, das ihn überſtrömte, ſtehen. Er blieb ſtehen, kreuzte die Arme auf ſeiner Bruſt, ſchlug die Augen zum Himmel auf und ſprach:
„Gegrüßet ſeiſt du, ſchöne Freiheit; ich habe deiner
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