Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Dritte Abteilung], Ange Pitou : 1.-4. Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Einzelbild herunterladen

2¹4

„Hier iſt ein Schlupfthor, das auf die Gräben geht,“ ſagte der Gonverneur,„ſehen Sie, wie dick die Mauern find.“

„Ungefähr vierzig Fuß.“

„Ja, vierzig Fuß unten und fünfzehn oben. Sie ſehen, daß das Volk ſeine Nägel, ſo gut ſie auch ſein mögen, ſich auf dieſem Stein umdrehen wird.“

„Ich habe nicht geſagt, entgegnete Billot,„das Volk werde die Baſtille zerſtören, ehe ſie dieſelbe ge⸗ nommen. Ich habe geſagt, es werde ſie nach ihrer Ein⸗ nahme zerſtören.“

„Gehen wir hinauf,“ ſprach de Launay.

„Gehen wir hinauf.“

Sie ſtiegen ungefähr dreißig Stufen hinauf.

Der Gouverneur blieb ſtehen.

„Sehen Sie,“ ſagte er,„hier iſt abermals eine Schießſcharte, welche auf den Durchgang geht, durch den Sie herein wollen; dieſe wird nur durch eine Wall⸗ büchſe vertheidigt; doch ſie hat einen gewiſſen Ruf. Sie kennen das Lied:

O mein zarter Dudelſack, Dudelſack, ich liebe dich.“

„Gewiß kenne ich es,“ erwiederte Billot,„doch ich glaube nicht, daß es die Stunde iſt, es zu ſingen.“

„Warten Sie doch. Der Marſchall von Sachſen nanute dieſe kleine Kanone ſeinen Dudelſack, weil ſie es war, die am richrigſten die Melodie ſang, welche er am meiſten liebte. Das iſt ein geſchichtliches Detail.“

„Ho!“ machte Billot.“

„Gehen wir weiter hinauf.“

Man kam auf die Plattform des Thurmes der

om6. „Ah! ahl“ rief Billot. „Was?“ fragte de Launay. „Sie haben die Kanonen nicht hinab bringen laſſen?“ „Ich habe ſie nur zurückſchieben laſſen.“