Teil eines Werkes 
Zwanzig Jahre nachher : Fortsetzung der Drei Musketiere : 4.-6. Bändchen (1845) Vingt ans après
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ebenſowenig, weil er zu einem geiſtlichen Orden ge⸗ hörte, war einſt einer der zierlichſten Präbendare der Stadt Mans geweſen, wo er wohnte. An einem Car⸗ nevalstage aber wollte er über die Maßen dieſe gute Stadt genießen, deren Seele er war. Er ließ ſich da⸗ her von ſeinem Bedienten mit Honig überſtreichen, öff⸗ nete ſodann ein Federbett, in welchem er ſich um⸗ wälzte, und wurde ſo der groteskeſte Vogel, den man ſehen konnte. Er fing damit an, daß er Beſuche bei ſeinen Freunden und Freundinnen in dieſem ſeltfamen Coſtüme abſtattete. Anfangs folgte man ihm mit Ver⸗ wunderung, dann mit Geziſche, dann beleidigten ihn die Arbeiter auf den Straßen, dann warfen die Kin⸗ der Steine nach ihm, und endlich war er genöthigt, die Flucht zu ergreifen, um den Wurfgeſchoſſen zu ent⸗ gehen. Von dem Augenblicke an, wo er floh, wurde er von allen Seiten verfolgt, gedrängt, beworfen. Scarron fand kein anderes Mittel, ſeinem Geleite ju entkommen, als ſich in den Fluß zu werfen. r ſchwamm wie ein Fiſch, aber das Waſſer war eiſig. Scarron trof von Schweiß. Die Kälte ergriff ihn, un als er das andere Ufer errichte, war er glieder⸗ ahm.

Man verſuchte es durch alle mögliche bekannte Mittel, ihm den Gebrauch ſeiner Glieder wieder zu geben; er hatte durch die Behandlung ſo viel auszu⸗ ſtehen, daß er alle Aerzte fortſchickte, mit der Erklärung, er wolle lieber krank ſein und krank bleiben. Dann kam er nach Paris, wo ſein Ruf als Mann von Geiſt bereits gegründet war. Hier ließ er ſich einen Stuhl von ſeiner eigenen Erfindung verfertigen, und als er eines Tages in dieſem Stuhle der Königin Anna von Oeſterreich einen Beſuch machte, fragte ihn dieſe, ent⸗ zückt über ſeinen Witz, ob er nicht irgend einen Titel wünſche?

„Ja, Euere Majeſtät, es gibt einen, nach welchem ich von ganzer Seele trachte,“ antwortete Scarron.

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