Teil eines Werkes 
3. Band (1872)
Entstehung
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durch Prieſtershand an Sie gefeſſelt wird, und der zweite, wenn Sie Ihr todtgeglaubtes Kind wiederfinden.

Der Marquis ſah betroffen auf.

Immer noch der alte Unſinn! ſagte er.Mein Kind iſt todt, ich weiß es zu genau, von den Todten kehrt Niemand zurück.

Hm, wenn Sie es beſſer wiſſen wollen

Ich habe unwiderlegbare Beweiſe!

Die ein Wort von mir umſtoßen könnten.

So ſprecht das Wort, und wenn Ihr mich nicht betrügt, will ich Euch fürſtlich belohnen.

Die Alte kicherte boshaft und verzog ihr Geſicht zu einem wider⸗ lichen Grinſen.

Wenn Sie mir nicht trauen, mit welchem Recht können Sie dann von mir Vertrauen fordern? ſagte ſie.Zuerſt das Geld, dann das Geheimniß.

Aber der Ring fehlt, ohne ihn iſt das Geheimniß vielleicht werthlos.

Nicht doch, mein Herr, es gibt noch andere Beweiſe, welche Sie überzeugen müſſen! Ich habe hunderttauſend Francs gefordert, zahlen Sie die Hälfte vorab und die andere Hälfte nachher.

Die Forderung iſt zu unverſchämt.

Gut, ſo machen Sie ſich und Ihr Kind elend, es iſt Ihr eigner Wille, ich lege Ihnen nichts in den Weg. Wann werden Sie Marie heirathen?

Was kümmert das Sie?.

Ich intereſſire mich für die blonde Deutſche, erwiderte Madame Leroi achſelzuckend.Verbrechen haben Ihnen den Weg zu dieſem Ziele bahnen müſſen, nun ſtehen Sie an dem Ziele und zaudern dennoch, die Hand darnach auszuſtrecken. Beeilen Sie ſich, es iſt nicht gut, wenn man unentſchloſſen ſtehen bleibt, nur der Muthige gewinnt, Zaghaftigkeit verliert Alles.

Laſſen wir das, ſagte der Marquis ärgerlich,um mein Thun und Laſſen hat Niemand ſich zu kümmern. Ich will Ihnen zehn⸗ tauſend Francs für das Geheimniß zahlen

Danke, ich thu's keinen Sous billiger.

Bah, es läuft doch nur auf Prellerei hinaus, ich verzichte dar⸗ auf, mich zu betrügen, ſeid Ihr nicht ſchlau genug. Wer wohnt jetzt drüben in der Manſarde?