Teil eines Werkes 
3. Band (1872)
Entstehung
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Die? Niemals! Sie wünſcht dem Edelmann alles Böſe, wenn wir ſie in unſern Plan einweihen wollen, würde ſie uns in der Aus⸗ führung deſſelben beiſtehen, trotz ihres Haſſes gegen mich. Von dieſer Seite haben wir nichts zu fürchten, und wenn Ihr Euch meinen An⸗ ordnungen fügt, müſſen wir das Spiel gewinnen!

Damit ſchritt er der Thüre zu, und die Freunde dachten noch über ſeine letzten Worte nach, als er die Manſarde ſchon verließ.

Er ſtieg langſam die ſteile Treppe hinunter, ganz mit ſeinen Ge⸗ danken beſchäftigt, es war weniger Nachedurſt, als Habſucht was ihn gegen den Edelmann aufhetzte.

Er hätte längſt ſeine Pläne in's Werk geſetzt, wenn nicht Cora ſo eigenſinnig geweſen wäre: ſie wollte den Edelmann in das tiefſte

Elend ſtürzen, und wenn Dorman auch aus ihrem Vorhaben nicht ſo

leicht klug werden konnte, ſo ahnte er doch, daß die Pläne ſeiner Schweſter ihm eine größere Genugthuung ſicherten, als ſeine eigenen.

Ueberdies hielt er große Stücke auf die Klugheit ſeiner Schweſter und er glaubte, ihr beſonderen Dank zu ſchulden dafür, daß ſie ihn nach ſeiner Rückkehr von der Galeere ſo freundlich aufgenommen hatte.

Eben daran dachte er, als er das Haus verließ, in welchem die Freunde wohnten, und als er nun aufblickte, erſchrak er unwillkürlich, er ſich ſah dem Marquis gegenüber.

Ein merkwürdiges Zuſammentreffen! ſagte der Edelmann mit durchbohrendem Blick auf den Falſchmünzer.Darf man wiſſen, was Ihr in dem Hauſe zu thun habt?

Dorman hatte ſeine Faſſung raſch wiedergefunden.

Was würden Sie antworten, wenn ich dieſe Frage an Sie rich⸗ tete? erwiderte er mit ſchneidendem Hohn.

Die Wahrheit!

Parbleu, das iſt ſchon eine Lüge! Nichtsdeſtoweniger habe ich keine Urſache, die Wahrheit zu verhehlen. Ich wandre von Haus zu Haus, mein Herr, um Kämpfer für die Commune zu werben.

Um eine Mordbande zu bilden, welche unter dem Banner der Commune ſengen und plündern ſoll, bemerkte der Marquis ſcharf. Nehmt Euch in Acht, Dorman, die Commune duldet nicht, daß ihr Banner geſchändet wird!

Der Falſchmünzer machte eine Bewegung, als ob er ſich auf den Edelmann ſtürzen wolle, aber er bezwang ſich, er wußte, daß er einem Gegner gegenüber ſtand, der ihn vernichten konnte.