Teil eines Werkes 
3. Band (1872)
Entstehung
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und Ruhe zurückgekehrt ſind, werden wir ſehen, was aus dem Schiff⸗ bruch noch gerettet werden kann. Mich aber beklage, mein Freund, Marie befindet ſich noch immer in der Gewalt ihres Feindes, und ich weiß nicht, auf welchem Wege ich ſie befreien ſoll.

Parbleu, der Weg iſt gefunden! rief der Falſchmünzer,Ich verpflichte mich, das Mädchen zu befreien, wenn Ihr mir treu zur Seite ſtehen wollt.

Unter allen Umſtänden! erwiderte Erneſt.Aber bisher iſt nie⸗ mals die Rede davon geweſen 1

Weil ich Euch nicht aufregen wollte, und weil es überhaupt un⸗ nütz war, ſo lange Euch die Kräfte fehlten.

Darf man den Plan erfahren? fragte Paul.Es wird für mich die ſchönſte Stunde meines Lebens ſein, wenn ich den elenden Wüſtling vor mir liegen ſehe

Paul! warf Louiſon warnend ein.

Wir müſſen noch einige Tage Geduld haben, ſagte Dorman, nes bereiten ſich augenblicklich Dinge vor, welche das Unternehmen erleichtern. Ich bin von Allem, was im Hauſe des Marquis ge⸗ ſchieht, genau unterrichtet, Ihr könnt Euch alſo ruhig auf mich ver⸗ laſſen und geduldig den Augenblick abwarten, den ich für den ent⸗ ſcheidenden Schlag geeignet halte.

Seid Ihr Eurer Sache ganz gewiß? fragte Paul zweifelnd.

Ich bin es. Meine Schweſter hat ſich mit mir verbündet, auch ſie haßt den Edelmann, auch ſie wartet mit Ungeduld auf die Stunde der Abrechnung. Ich beobachte den Marquis unausgeſetzt, gegenwärtig nimmt die Commune ſeine ganze Thätigkeit in Anſpruch, er hält Be⸗ rathungen mit den Verſchworenen, empfängt die Berichte ſeiner Spione und wirkt unermüdlich für die Bewaffnung der Republikaner, die nun bald losſchlagen ſollen. So droht alſo Eurer Geliebten keine Gefahr, auch kann ich Euch die beruhigende Verſicherung geben, daß er die junge Dame mit aller ihr zukommenden Rückſicht behandelt.

Das beruhigt mich allerdings, aber

Ich weiß, was Ihr ſagen wollt und finde es begreiflich, daß es Euch ſchwer fällt, Eure Ungeduld zu bezähmen. Aber ich wiederhole Euch, Ihr müßt Geduld haben, die Zeit iſt noch nicht gekommen, und ein übereilter Schritt könnte Alles verderben.

Und was werden wir thun, wenn der Augenblick gekommen iſt? fragte Paul, den forſchenden Blick auf den Falſchmünzer gerichtet.