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„Und wer ſagt, daß ich das gewünſcht, darnach geſtrebt habe?“ erwiderte der Edelmann trotzig.
„Bah, mich kannſt Du nicht täuſchen, Henry, ich wußte längſt, daß Dein wankelmüthiges Herz an dieſem Weibe hängt. Du haſt mich betrogen der blonden Deutſchen wegen, Du haſt durch Verbrechen Marie Reimann in Deine Gewalt gebracht, nun betrügſt Du auch ſie, um dieſe tugendhafte Frau in den Abgrund zu ſtürzen.“
„Der Marquis zuckte verächtlich die Achſeln.
„Das ſind Vermuthungen“, erwiderte er,„und wenn es die Wahrheit wäre, ſo ſtände Dir doch nicht das Recht zu, ein Urtheil darüber zu fällen.“
„Ich beklage nur Re verlorene Mühe, die Du Dir und mir ge⸗ macht haſt, um die Deutſche zu gewinnen.“
„Sie iſt nicht verloren, Cora, ich werde Marie heirathen—“
„Und Frau von Briſſac lieben?“
„Nicht doch, ich habe dieſer Frau das Leben gerettet und ſie hie her gebracht, um ſie allen Gefahren zu entreißen, das iſt Alles.“
„Du ſagſt das mit der Miene eines vollendeten Heuchlers, aber ich durchſchaue die Maske.“
„Wie dem auch ſein mag“, erwiderte der Marquis in ernſtem, ſtrengem Tone,„Du wirſt Dich aller Feindſeligkeiten gegen ſie ent⸗ halten, ihr freundlich entgegenkommen und meine Anordnungen, die ſich auf ſie beziehen, gewiſſenhaft befolgen. Ich führe nichts Böſes gegen ſie im Schilde, meinem Vorſatze, Marie zu heirathen, bleibe ich getreu, und das Verſprechen, welches ich Dir gegeben habe, werde ich einlöſen, ſobald der Augenblick dazu gekommen iſt. Was willſt Du mehr? Dein Mißtrauen hat keine Berechtigung, ich wollte nur Du wäreſt ſo ehrlich gegen mich, wie ich es gegen Dich bin.“
„Das heißt mit andern Worten—“
„Nichts, als daß ich von Dir Vertrauen und ehrliche Offenheit verlange, das iſt das Geringſte, was ich fordern darf. Im Uebrigen iſt es mir lieb, daß Du gekommen biſt, Frau von Briſſac wird ſo⸗ gleich erwachen, und ich fürchte, daß mein DAnblic ihr nicht angenehm iſt. Du wirſt ſie beruhigen, ihr ſagen, die Granate habe Frau Bou⸗ hon und deren Kinder getödtet, und ich habe ſie mit Gefahr des eigenen Lebens gerettet. Du wirſt ſie bewegen, das Frühſtück anzunehmen und ihr das Zimmer anweiſen, in welchem ſie ruhig und ſorgenlos das Ende der Belagerung abwarten könne.“


