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Cora entnahm aus dieſen Worten, daß Frau von Briſſac den Marquis haßte, und dieſe Entdeckung bereitete ihr eine freudige Ge⸗ nugthuung, die ſich in ihren Zügen widerſpiegelte.
„Und wenn ſie nicht will?“ fragte ſie.
„Sie wird wollen, denn ſie muß einſehen, daß ſie keinen Grund zu Befürchtungen hat.“
„Sie haßt Dich!“
„Bah, das iſt abermals eine leere Vermuthung. Wie kann ſie mich haſſen, nachdem ich ihr das Leben gerettet habe?“
„Gerettet, gegen ihren Willen!“
Der Marquis lächelte höhniſch und ſchritt auf die Thüre zu. Auf der Schwelle des Gemachs wandte er ſich noch, einmal um.
„Denke an meine Anordnungen“, ſagte er warnend,„es wäre ſchlimm für Dich, wenn ich Urſache fände, mich über Dich zu be⸗ klagen.“
Damit ging er hinaus, Cora blickte eine Weile ſtarr auf die Thüre, hinter der er verſchwunden war, dann näherte ſie ſich dem Divan, um hier das Erwachen der ſchönen Frau abzuwarten.
Achtundvierzigſtes Kapitel. Die Capitulation von Paris.
Es war der Plan Trochu's, den Cernirungsgürtel zu ſprengen und ſich mit Faidherbe, den er in der Nähe glaubte, zu vereinigen Daß Chanzy geſchlagen war, wußte er, aber von den Niederlagen des Generals Faidherbe war ihm nichts bekannt.
Um den Feind über die Richtung des Hauptausfalls zu täuſchen, hatte er ſeine Poſtenſtellung geändert und unter heftiger Kanonade von allen Forts an verſchiedenen Seiten Vorſtöße gemacht, welche die Aufmerkſamkeit der Deutſchen von dem bedrohten Punkte ablenken ſollten.
An der Eiſenbahn von Paris nach St. Germain traf man Vor⸗ bereitungen zum Brückenbau, unterhalb des Mont Valerien marſchir⸗ ten mehrere Bataillone und warfen Schützengräben auf, um auf dieſer Seite den Feind zu beſchäftigen, während der Hauptſtoß ſich gegen Le Bourget richtelr.


