Teil eines Werkes 
3. Band (1872)
Entstehung
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So günſtig die Nachrichten am Vormittag geweſen waren, ſo in⸗ haltlos und nichtsſagend waren ſie jetzt, man ſprach ſchon vom Rück⸗ zuge der Franzoſen und von bedeutenden Verluſten, und den General Trochu, der längſt durch ſeine phraſenhaften Proclamationen lächerlich geworden war, trafen die härteſten Verwünſchungen.

Niemand achtete auf den eleganten Herrn, der mit ſeiner ſchönen Bürde langſam durch die Menge ſchritt und ſich vergebens nach einem Wagen umſchaute, man war allzuſehr mit Vermuthungen über den Erfolg des Ausfalls beſchäftigt.

Da fiel plötzlich der Blick des Marquis auf Madame Leroi, die von einer Gruppe von Weibern umgeben, das große Wort führte und ihre Reden mit leidenſchaftlichen Geſtikulationen begleitete.

Ein glühender Blick des Haſſes traf ihn aus ihren Augen, aber nicht dieſer Haß war es, was ihn beunruhigte, ſondern der boshafte, triumphirende Hohn, der ihre dürren Lippen umzuckte.

Dieſer Hohn ließ ihn deutlich erkennen, daß der Plan, den ſie gegen ihn geſchmiedet hatte, ſeiner Vollendung nahe war, er ſagte ihm ferner, daß es ein Plan war, der ihn vernichten mußte, und daß ſie mit Zuverſicht auf den Erfolg rechnete.

Er war nicht in der Lage und in der Stimmung, ſie anzureden und dieſen Plan zu erforſchen, und Madame Leroi gab ſich den An⸗ ſchein, als ob ſie den eleganten Herrn nicht kenne, obſchon ſie ihm einen zornſprühenden Blick nachſandte.

Endlich hatte er ſein Palais erreicht, Frau von Briſſac war noch immer bewußtlos. Er legte in ſeinem Kabinet die ſchöne Frau auf den Divan und befahl ſeinem Diener, Burgunder und ein Frühſtück zu bringen.

Die Arme auf der Bruſt gekreuzt, ſtand er lange vor der ſchünen Geſtalt, die er mit ſeinen Blicken verſchlang.

Das leiſe Zucken der Augenlider verrieth das allmählich zurüc kehrende Bewußtſein, der Marquis fürchtete den Augenblick des Er⸗ wachens, er war auf einen heftigen Auftritt gefaßt, aber daneben auch feſt entſchloſſen, ſeine ſchöne Beute nicht wieder fahren zu laſſen.

Eine Hand legte ſich leicht auf ſeine Schulter, er wandte ſich um, vor ihm ſtand Frau von Chateaufleur.

Nun haſt Du erreicht, was Du wollteſt, ſagte ſie mit dum Wpfer Stimme, während ſie einen glühenden Blick auf die Ohnmächtige warf,Frau von Briſſac iſt in Deiner Gewalt.