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Werk der Zerſtörung, ſein Blick fiel auf Leichname und jammernde
Verwundete, er ſelbſt war unverwundet.
Er verließ mit raſchen Schritten den antſetzlichen Schauplatz und bog bald darauf in die Rue Jean Jacques Nouſſeau ein, in der die Wittwe Bouhon wohnte.
Es war eine Thorheit, daß er dieſen gefahrvollen Weg gemacht hatte, er mußte ja wiſſen, daß die Grundſätze der tugendhaften Frau von Briſſac durch nichts erſchüttert werden konnten.
Aber er konnte dem Drängen ſeines Herzens nicht widerſtehen, er mußte zu ihr, er drängte das Bild Mariens zurück, um ſich nur mit dem Bilde der ſchönen Frau zu beſchäftigen.
Er hatte ſie zuerſt geſehen inmitten einer prachtvollen Umgebung, jetzt ſah er ſie wieder in einer ärmlichen Manſarde, umgeben von Menſchen, die dem Hungertode nahe waren, elend und unglücklich.
Er ſtutzte, als er die Schwelle der armſeligen Kammer überſchritt, ſo groß hatte er ſich die Noth nicht gedacht.
Frau Bouhon ſaß in einem Winkel des Zimmers auf dem Fuß boden und hielt das jüngſte Kind umklammert, dem der Tod ſeinen unverkennbaren Stempel ſchon aufgedrückt hatte, ein zweites Kind lag zuſammengekauert vor ihren Füßen, während Frau von Briſſac in dem Raume auf⸗ und abwankte.
Sie erſchrak ſichtbar, als der Marquis eintrat, aber im nächſten Augenblick glitt ein Zug der Verachtung über ihr bleiches Antlitz.
„Madame, ich klage Sie an, daß Sie in ſolcher Zeit meine Freundſchaft vergeſſen konnten“, nahm der Marquis das Wort, der ſchönen Frau feſt in's Auge ſchauend,„es iſt eine Beleidigung für mich, die Sie nicht entſchuldigen und rechtfertigen können.“
„„Eine größere Beleidigung iſt Ihr Beſuch“, erwiderte Frau von Briſſac, das Haupt trotzig emporwerfend,„ich konnte und durfte ihn nicht erwarten nach dem, was zwiſchen uns vorgefallen iſt.“
Frau Bouhon blickte auf, ſie ſah den Marquis forſchend an, und in ihrem Blick lag die Frage, ob ſie von ihm Hülfe erwarten dürfe.
„So dachten Sie nur an ſich und nicht an die Unglücklichen hier, welche Sie aufgenommen haben?“ fragte der Marquis vorwurfsvoll. „Mußten Sie nicht wiſſen, daß ich gern mit vollen Händen geben würde? Konnte das Elend hier Sie nicht bewegen, Ihre Vorurtheile fallen zu laſſen und die Hand anzunehmen, die ein Freund Ihnen bot? Aber ich will Ihnen keine Vorwürfe machen, Madame, ich weiß,
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