Teil eines Werkes 
3. Band (1872)
Entstehung
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„Was kümmerts Dich?“ ſagte der Marquis rauh.„An Deiner Hand mag ich den Ring nicht ſehen, denn Du biſt nicht würdig ihn zu tragen.“

Cora biß auf die Lippe, ein Blitz des Haſſes traf aus ihren Augen den Edelmann, der ihr den Rücken wandte.

„Nicht würdig, ihn zu tragen!“ wiederholte ſie.„Das waren harte Worte, Henry, die Du ſchwerlich vorher bedacht haſt.“

„Gib mir den Ring, ich erſetze Dir den Werth.“

„Heute nicht, Du haſt mich tief gekränkt, ich muß die Kränkung eher vergeſſen. Vielleicht laſſe ich morgen mich erweichen, obſchon ich Dir jene Worte niemals verzeihen kann.“

Der Marquis lachte bitter, er wollte eine heftige Erwiderung ge⸗ ben, aber Madame von Chateaufleur hatte das Zimmer ſchon ver⸗ laſſen.

„Ich ſagte ihr die Wahrheit“, murmelte er,„vielleicht wäre es beſſer geweſen, wenn ich mich gemäßigt hätte, aber geſchehene Dinge laſſen ſich nicht ungeſchehen machen.“

Er nahm ſeinen Hut, auf der Schwelle des Kabinets begegnete ihm ſein Diener, der den Beſuch eines ärmlich gekleideten Mannes anmeldete.

Der Marquis ſchien freudig überraſcht, als dieſer Mann eintrat, er ſchloß hinter ihm die Thüre zu und blickte ihn mit geſpannter Er⸗ wartung an.

„Haben Sie die Dame gefunden?“ fragte er.

„Geſtern Abend“, erwiderte der Mann.„Es ärgerte mich, daß ſie ſo plötzlich ſpurlos aus dem Palais verſchwunden war.“

„Nun? Wo wohnt Frau von Briſſac jetzt?“

„Bei ihrer früheren Amme.“

„Wer iſt das?“

„Die Frau heißt Margot Bouhon und wohnt in der Rue Jean Jacques Rouſſeau, Nummer ſechsundvierzig.“

„Und wie kam ſie dahin?“

„Durch einen Zufall. Nachdem ſie erfahren hatte, daß ihr Mann zum Tode verurtheilt und erſchoſſen war, verlor ſie die letzte Hoff⸗ nung. Sie hatte lange mit Hunger und Sorgen gekämpft, ihre Freundinnen zeigten ihr die Thüre, indem ſie bedauerten, nichts für ſie thun zu können, und der geizige Verwandte erklärte ihr ebenfalls, daß er ſie nicht länger unterſtützen könne. Sie wollte nun ihre

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