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Es war ihm mitunter ſehr ſchwer geworden, die Communiſten verloren die Geduld, Flourens war ſeit einiger Zeit verhaftet und in Mazas eingeſperrt, man forderte ſeine Befreiung, die Arbeiter⸗Ba⸗ taillone drangen auf den Sturz der Regierung und die Abſetzung Trochu's, der ſich lächerlich gemacht hatte.
Da fand der Marquis keine Zeit, ſich ſeinen perſönlichen Ange⸗ legenheiten zu widmen, die Politik nahm ihn zu ſehr in Anſpruch, und eben deshalb war es ihm außerordentlich lieb, daß alles Andere befriedigend geordnet zu ſein ſchien.
Lafleur und Bertrand waren todt, Cora hatte es ihm geſagt, aber ihr allein würde er nicht geglaubt haben, es war ihm wichtiger, daß er perſönlich ſich davon überzeugt hatte.
Er war ja an jenem Abend in dem Hauſe der Modiſtin geweſen, er hatte geſehen, wie die Gamins die Leiche Paul's in die Seine ſchleppten, er hatte auch vor der Leiche Erneſt's geſtanden.
Ueber dieſen Punkt war er beruhigt, zwiſchen ihm und Marie lag keine Kluft mehr, er konnte jetzt ohne Beſorgniß die Ceremonie der Trauung bis zu einer ruhigern Zeit aufſchieben. Cora vermied auch Alles, was ihm Mißtrauen gegen ſie einflößen konnte, von Dor⸗ man vernahm er nichts mehr und der Vicomte von Chateaufleur ſchien ſich auch jeder ihm auferlegten Bedingung fügen zu wollen.
Er ahnte freilich nicht, daß Cora und Dorman faſt täglich zu⸗ ſammenkamen und Pläne gegen ihn ſchmiedeten, daß die Abneigung Marien's gegen ihn mit jedem Tage mehr zunahm und daß Erneſt ſich unter der ſorgſamen Pflege Louiſon's mehr und mehr erholte.
Er ahnte nicht, daß die ſchwarzen Wolken ſich drohend über ſei⸗ nem Haupte zuſammenballten, während er nur einen heiteren, ſon⸗ nigen Horizont ſah, und er hatte nun auch keine Zeit, ſich ernſtlich darum zu bekümmern und durch ſeine Spione den Thatbeſtand er⸗ forſchen zu laſſen.
Seltſam, daß inmitten dieſer Unruhen und Aufregungen das Bild der Frau von Briſſac ihn nicht verließ!
Er ſah es überall, im Wachen, wie im Träumen, er konnte das reizende Weib nicht vergeſſen, trotz der demüthigenden Niederlage, die ſie ihm bereitet.
Er meinte, ſie werde ihren Eigenſinn bereuen, wenn die Noth an ſie herantrete, ſie werde dann mit Freude und Dank die Hand ergrei⸗ fen, welche ſie zurückgeſtoßen habe.


