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ſeine Zuflucht nehmen. Die Pferde, welche man ſchlachtete, waren ſchlecht genährt, das Fleiſch derſelben konnte keine Kraft geben.
Und wie viele Perſonen waren ſo ſehr entkräftet, daß ſie nicht einmal ihre Rationen in Empfang nehmen konnten!
Das Strafgericht Gottes war über das moderne Babel verhängt, ſchwer ruhte der Fluch des Himmels auf der unglücklichen Stadt, die durch ihre Sünden dieſes Strafgericht herausgefordert hatte, aber noch immer nicht in ihrem Unglück den Finger Gottes erkennen wollte.
Schon wurden von den zwanzig Arrondiſſements der Stadt Paris ſechs von den feindlichen Geſchoſſen beſtrichen, ſchon ſah man rauchende Trümmer, und mit jedem Tage wuchs ihre Zahl, während die Deut⸗ ſchen draußen immer weiter in die Provinzen eindrangen.
Die Armee Faidherbe's befand ſich in voller Auflöſung, die Loire⸗ Armee wurde bei Le Mans auseinander geriſſen und zurückgeworfen und die Truppen Bourbaki's und Garibaldi's erlitten Niederlage auf Niederlage.
In Verſailles wurde das deutſche Kaiſerreich proklamirt, der König von Preußen hatte die Kaiſerkrone angenommen, und der Jubel und die Begeiſterung der Deutſchen bildete einen ſcharfen Ge⸗ genſatz zu dem Elend und der raſenden Wuth der Pariſer. Man verlangte einen nochmaligen Maſſenausfall, und am 19. Januar las man eine Proclamation, in der das Gouvernement ſchrieb:
„Der Feind tödtet unſere Frauen und Kinder! Zu den Waffen! Es heißt: dulden und ſterben, wenn es ſein muß, ſiegen!“
Eine gewaltige Aufregung herrſchte in der Stadt. General Leflo hatte ſich an die Spitze der Truppen geſtellt, die Nationalgarde ſollte heute die Ehre haben, das Feuer zu eröffnen.
„Die Nationalgarde verlangt einen Aderlaß“, ſagte ein alter Ge⸗ neral,„ſie ſoll ihn haben!“
Alles jubelte den Truppen zu, dieſe gewaltigen Maſſen mußten ja ſiegen.
Und hatte dieſer Sieg auch keinen anderen Nutzen, als daß man durch ihn günſtige Friedensbedingungen erlangte, ſo war das Blut doch nicht umſonſt gefloſſen, man hatte mit dieſen Opfern die Ehre Frankreichs gerettet.
Der Marquis war in dieſer Zeit nicht müßig geweſen, er hatte täglich mit den Verſchworenen berathen, ſie zur Ruhe und Geduld ermahnt und dem verfrühten Ausbruch eines Aufſtandes vorgebeugt.


