Teil eines Werkes 
3. Band (1872)
Entstehung
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naten getödtet und verwundet, die Bewohner der bedrohten Stadt⸗ theile flüchteten mit ihrer Habe auf das andere Seineufer, oder ſie verſteckten ſich in die Keller und horchten mit Todesangſt auf das Donnern der Geſchütze und das Pfeifen und Platzen der Geſchoſſe. Die Sterblichkeit wuchs in ſchreckenerregender Weiſe, die Seuchen nahmen überhand, der Hunger forderte zahlloſe Opfer.

Aber trotz dieſes Elends durfte auch jetzt noch von Capitulation Niemand reden, ja, der rohe Haufe verlangte, die ganze Stadt müſſe in die Luft geſprengt werden, der Feind dürfe nur einen rauchenden Schutthaufen finden.

Die Anhänger der Commune trafen ihre Vorbereitungen, ſire wollten ſchon jetzt, in der allgemeinen Verwirrung die Fackel des Bürgerkrieges in die unglückliche Stadt ſchleudern.

. Daß man von draußen keine Hülfe mehr zu erwarten hatte, wußte man nun auch, Brieftauben hatten die Nachricht von der völli gen Niederlage aller Armeen gebracht, und den Lügen Gambetta's glaubte man jetzt nicht mehr.

Man ſchimpfte auf Trochu, auf die Generale, auf die Regierung, nur nicht auf die eigene wahnſinnige Verblendung, an dem ganzen Unglück Frankreichs waren ja nur Feigheit und Verrath Schuld. Die Furchtſamen erinnerten ſich, daß Bismarck zu Jules Favre geſagt haben ſollte:„Wir werden, wenn es uns gefällt, zwei Ihrer Forts ich achtundvierzig Stunden nehmen“, ſie erfuhren, daß mehrere Forts ihr Feuer ſchon eingeſtellt hatten, ſie erwarteten in jeder Stunde den Sturmangriff.

Aber der große Haufe, die ganze Maſſe der Soldaten und Na⸗ tionalgarden, der Gamins und Vagabunden wollten von Ergebung nichts wiſſen, mochten auch täglich Tauſende zu Grunde gehen, ſie glaubten noch immer, die Ehre und Gloire Frankreichs retten zu müſſen.

Und die Anhänger der Commune ſchürten allenthalben die wild auflodernden Gluthen der Leidenſchaften.

Je größer das Elend in Paris wurde, deſto beſſer war es für ſie.

An manchen Orten loderten ſchon die Flammen auf, immer weiter reichten die feindlichen Geſchoſſe, Alles verheerend und zer⸗ trümmernd.

Es gab noch etwas Getreide in Paris, aber das Bombardement hatte ſchon mehrere Mühlen zerſtört, man mußte zu Handmühlen