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daß die Stunde kommen wird, in der er dieſen Einflüſterungen Gehör ſchenken muß.“
„Lafleur iſt ein edler Charakter—“
„Natürlich“, ſpottete das Weib,„er iſt ein Kind, man kann ihm ein Märchen erzählen, und er ſchwört darauf, daß die Geſchichte ſich wirklich zugetragen habe. Aber fürchten Sie dieſes Kind, wenn plötz⸗ lich die Leidenſchaften in ſeinem Innern entfeſſelt werden, fürchten Sie den ſtillen, glatten See, wenn die Stürme ihn peitſchen.“
Der Marquis blickte finſter vor ſich hin, er brütete über Pläne, die Madame Leroi ohne große Mühe errieth.
„Man könnte die Burſchen verhaften laſſen“, fuhr ſie fort,„ſie verkehrten in der letzten Zeit viel mit einem Manne, der unter dem Kaiſerreich Agent der geheimen Polizei war. Aber was wäre da⸗ durch gewonnen?“
„Nichts!“
„Im Gegentheil, die Burſchen würden ſofort errathen, daß ſie dieſe Verhaftung Ihnen verdanken, das Bataillon würde ſich zuſam⸗ menrotten und ihr Palais erſtürmen.“
„Wenigſtens wäre die Haft Bertrand's nicht von langer Daner.“
„Wenn man ihm Hochverrath beweiſen könnte, würde das Kriegs⸗ gericht ihn zum Tode verurtheilen.“
„Auch das nicht“, ſagte der Marquis.„Mit fremden Perſonen, Mobilg diſten und Linienſoldaten macht man kurzen Prozeß, aber an die Nationalgarde wagt man ſich nicht. Die Vollſtreckung des Ur⸗ theils würde hinausgeſchoben werden, und ſchließlich müßte man der Forderung des Bataillons nachgeben und den Verurtheilten in Frei⸗ heit ſetzen.“
„Alſo iſt das nichts. Man könnte ihn beſchäftigen, wenn man ſeine Braut wieder ſpurlos verſchwinden ließe.“
„Das will ich nicht.“
„Bah, wozu dieſe Bedenken. Louiſon iſt ebenfalls zu fürchten, ſeit⸗ dem ſie mit Jenny Mouſſon ein Freundſchaftsbündniß geſchloſſen hat.“
Der Marquis warf das Haupt trotzig zurück, in ſeinen Augen blitzte es jäh auf.
„Wie kommt ſie dazu?“ fragte er ſcharf.
„Hm, wer kann das wiſſen? Sie iſt ja mit Juſtine ſchon länger befreundet und Juſtine iſt die Freundin Jenny's. Die Beiden be⸗ ſuchen das Mädchen oft, und von Ihnen iſt bei dieſen Beſuchen häufig


