Teil eines Werkes 
3. Band (1872)
Entstehung
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vor; es ſteigen Gewitterwolken auf, aus denen plötzlich der Blitzſtrahl vernichtend auf Sie niederfahren kann.

Ich ſehe keine? fragte der Marquis achſelzuckend.

Weil Sie es für überflüſſig halten, in die Ferne zu ſchauen, weil Sie nicht wiſſen, vor welchen Feinden Sie ſich ſchützen müſſen. Lafleur iſt freilich von Ihnen umgarnt, er durchſchaut die Maske nicht, mit der Sie ihn betrügen, aber ſein Freund blickt tiefer. Wiſſen Sie, wie Paul Bertrand Sie nennt? Komödiant!

Der Marquis fuhr von ſeinem Sitze empor und erhob drohend die Fauſt.

Zerſchmettern werde ich den Burſchen! rief er in maßloſem Zorn.Ich vernichte ihn, wo ich ihn finde.

Madame Leroi war Anfangs vor dieſem Wuthausbruch erſchreckt zuſammengefahren, aber ſie erkannte doch bald, daß er nicht gegen ſie gerichtet war, das gab ihr die Faſſung zurück.

Unterſchätzen Sie dieſen Gegner nicht, ſagte ſie warnend,er iſt nicht mehr ſo unbedeutend, wie damals, als Sie ihn verhaften ließen. Das zweite Bataillon wird für ihn eintreten, dafür hat er bereits geſorgt.

Der Edelmann hatte ſich wieder auf den Stuhl niedergelaſſen, auch er war ruhiger geworden, ja, es ärgerte ihn jetzt, daß er ſich nicht bezwungen hatte.

Sie ſind, wie immer, gut unterrichtet, Madame, erwiderte er, ich erſuche Sie, mir das Reſultat Ihrer Beobachtungen mitzutbyilen. Wie benimmt Lafleur ſich gegenüber den Hetzereien ſeines Freundes?

Sein Vertrauen auf Sie iſt unerſchütterlich.

Und Louiſon?

Sie hat keine Stimme, man befragt fie nicht um ihre Meinung. Wenn Sie dennoch hie und da eine Anſicht äußert, ſo iſt dieſe Ihnen günſtig, aber Sie wiſſen ja ſelbſt, daß eine Braut dem Urtheil ihres Verlobten niemals entgegentritt.

Und welchen Zweck haben die Hetzereien Bertrand's?

Die Antwort auf dieſe Frage liegt nahe. Bertrand verlangt, man ſolle gewaltſam in Ihr Haus eindringen und ſich von der Lüge überzeugen, mit der Sie ſeinen Freund umſtrickt haben. Er ſucht tauſend Gründe hervor, um zu beweiſen, daß die Krankheit der blon⸗ den Deutſchen nichts weiter als eine Komödie ſei, und wenn auch Lafleur bisher ſtandhaft geblieben iſt, ſo läßt es ſich doch vorausſehen,