Teil eines Werkes 
3. Band (1872)
Entstehung
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ment zuckte der Edelmann mit einer Miene der Geringſchätzung und Verachtung die Achſeln.

Iſt das der neue Köder, der mir vorgeworfen werden ſoll? fragte er.Er macht Ihrem Erfindungstalent keine Ehre.

Kaufen Sie den Ring, ſo werden Sie die Wahrheit erfahren, antwortete Madame Leroi ruhig.Hätten Sie eine Ahnung von dem Geheimniß, ſo würden Sie gern Ihr halbes Vermögen dafür hingeben.

Wohlan, erzählen Sie, ſagte der Marquis,wenn das Geheim⸗ niß wirklich einen ſo großen Werth für mich hat, ſollen Sie die Summe erhalten, welche Sie gefordert haben.

Das alte Weib lachte boshaft.

Wie dumm! ſpottete ſie.Wenn man ein Geheimniß ver⸗ rathen hat, dann hat es ſeinen Werth verloren.

Gilt Ihnen mein Wort zu wenig?

Gar nichts, mein Herr! Zählen Sie die geforderte Summe in Gold auf den Tiſch, dann ſollen Sie Alles erfahren, was Sie zu wiſſen wünſchen, auf andere Bedingungen laſſe ich mich nicht ein.

Darin finde ich den Beweis, daß Sie mich betrügen wollen, ſagte der Marquis empört,aber die Falle iſt zu plump, als daß ich mich überwinden könnte, hineinzugehen.

Wie Sie wollen, aber Sie werden es ſpäter bitter bereuen! Zahlen Sie, ſo lange Sie es noch können. Madame von Chateaufleur wied Sie bald ruinirt haben.

Der Edelmann konnte ſeine Befremdung über dieſe Worte nicht verbergen, Madame Leroi nickte ihm mit boshafter Schadenfreude zu.

Die ſchöne Frau hat ja jetzt in Ihrem Palais eine Zuflucht gefunden, fuhr ſie fort,wie ſehr wird ſie Ihr edles Herz rühmen. Aber den Giftzahn können Sie der ſchönen Schlange nicht ausbrechen und das Gift wird Sie tödten.

Beſolden Sie auch Spione? fragte der Marquis mit ſteigen⸗ der Erregung.

Nein, mein Herr, meine Augen und Ohren ſind meine Spione, ihnen entgeht ſo leicht nichts!

Und kümmert es Sie, wer in meinem Hauſe wohnt?

Hm, es iſt immer gut, wenn man über die Verhältniſſe ſeiner Freunde unterrichtet iſt. Sie haben nun zwei Vögel in dem goldenen Käfig, die kranke Deutſche und die leichtſinnige Pariſerin, vielleicht ſoll die erſte bei der zweiten in die Schule gehen. Aber ſehen Sie ſich