Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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Das Alles ſollſt Du haben.

Dann bin ich zufrieden. Erwartete Marie heute den Burſchen?

Natürlich.

Wohlan, ſo werde ich ihr ſagen, er ſei nicht gekommen. Viel⸗ leicht glaubt ſie das nicht, aber da der Proletarier in der National⸗ garde dient, und der Dienſt auf den Wällen Allem vorgeht, kann ſie es doch glaublich finden. Es wird rathſam ſein, wenn Du heute und morgen ihr fern bleibſt, möchlicherweiſe bringt das ſie auf die Vermuthung, daß ſie Dich beleidigt habe, dann iſt es an ihr, um Verzeihung zu bitten.

Der Marquis blickte ſchweigend vor ſich hin, er verfolgte im Geiſte die Fäden, welche dieſe ſchlaue Frau ſpann, um aus ihnen das Netz zu weben, welches Marie in ſeine Gewalt bringen ſollte.

Hätten die entfeſſelten Leidenſchaften nicht die edlen Gefühle ſeines Herzens erſtickt, ſo würde er ſelbſt zurückgebebt ſein vor den ſchänd⸗ lichen Plänen Cora's, er würde ſie mit Abſcheu und Verachtung zu⸗ rückgewieſen haben, aber ſein ganzes Sinnen und Trachten galt jetzt nur der Erreichung ſeines Zweckes und die Stürme in ſeinem Innern erlaubten ihm nicht, die Mittel ängſtlich zu prüfen.

Wie aus einem verworrenen, beängſtigenden Traume erwachend, fuhr er endlich aus ſeinem Sinnen empor, er ſah die blitzenden Augen der ſchönen Frau fragend auf ſich gerichtet, und er erſchrak unwill⸗ kürlich vor der Tücke, die in dieſem Blick ſich ſpiegelte.

Du hatteſt damals auch Pläne gegen mich geſchmiedet, ſagte er,und es war Deine Schuld nicht, daß ſie nicht zur Ausführung kamen.

Weshalb kommſt Du wieder darauf zurück? fragte Cora ſchmollend.

Um Dir zu zeigen, daß ich Dir gegenüber zu Mißtrauen be⸗ rechtigt wäre. Wo iſt Dein Bruder?

Ich weiß es nicht.

Du haſt ihn nicht gefunden?

Nein. Ich war zu ſtolz, unſern Portier zu fragen, ob er oder Juſtine ſich eingefunden habe, und wo hätte ich meinen Bruder ſuchen ſollen?

Du ſagteſt mir, er habe an jenem Abend viel Geld beſeſſen, weißt Du nicht, woher er es genommen hatte 5

Ich fragte nicht danach.

Ich vermuthe, daß er den Wucherer Bandau beraubt hat, aber