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wenn man ihm das auch beweiſen könnte, würde man doch den Raub ſchwerlich bei ihm finden. Dieſe Burſchen haben überall ein ſicheres Verſteck, man kann ihnen ſelten etwas anhaben, wenn man ſie nicht auf friſcher That ertappt. Sollteſt Du ihm zufällig begegnen, Cora, ſo wirſt Du ihm nicht ſagen, wo Du jetzt wohnſt, ich will mit dem entſprungenen Verbrecher nichts zu ſchaffen haben.“
„Er iſt nicht ſo ſchlimm, wie Du glaubſt, Henry, er würde ſich freuen, wenn ich ihm ſagte, daß ich mit Dir ausgeſöhnt ſei—“
„Nimm ihn nicht in Schutz, ich kenne die Sorte beſſer. Läßt er ſich noch einmal in meinem Hauſe blicken, ſo werde ich ihn ohne Weiteres niederſchießen.“
„Auch den Vicomte?“ fragte Cora ſcherzend.
„Bah, was könnte ihn zu mir führen?“
„Der Wunſch, Beweiſe zu erhalten, auf den er den Scheidungs⸗ prozeß ſtützen kann.“
„Er könnte hier andere Beweiſe finden, die vernichtend für ihn wären. Du haſt ihn ſeitdem nicht wieder geſehen?“
„Nein, aber der Chevalier beſuchte mich geſtern.“
„Um Dir ſeine Theilnahme zu bezeigen?“
„Bewahre, um mich zu verſpotten. Er iſt ein elender, charakter⸗ loſer Menſch, er hat die Kenntniß des Geheimniſſes benutzt, um mit ſeinem Vater ein Bündniß gegen mich zu ſchließen. Der Vicomte zahlt ihm jetzt ein anſehnliches Taſchengeld, dafür hat der Chevalier ſich ganz auf ſeine Seite geſtellt.“
„Das ſagte er Dir?“
„Dies und noch manches Andere, es war ſeine Abſicht, mich zu kränken und zu beleidigen.“
„Er wird nicht wagen, Dich hier mit ſeinen Bosheiten zu ver⸗ folgen, ich ſchütze Dich. Und nun an's Werk, Cora, wir dürfen keine Stunde verlieren.“
„Madame von Chateaufleur erhob ſich, der Marquis öffnete die geheime Thüre und machte ſeine Freundin mit dem Mechanismus derſelben bekannt.“
„Zum Diner erwarte ich Dich“, ſagte er,„wir wollen dann weiter berathen.“
Cora nickte zuſtimmend und verſchwand darauf hinter der Thüre, welche der Marquis wieder ſchloß.


