Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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Nein, das darf nicht geſchehen, es iſt nicht der richtige Weg. Wenn Marie die Gewißheit erhalten hat, daß der Arbeiter für ſie verloren iſt, wird ſie über Deinen Vorſchlag nachdenken und ſich vor⸗ ausſichtlich nicht lange beſinnen. Was dann, wenn ſie Deine Wer⸗ bung annimmt?

Ich werde mein Wort einlöſen!

Und wo bleibe ich?

Einſtweilen wirſt Du hier in meinem Palais wohnen, Cora.

Sehr wohl, aber ſpäter?

Am Tage meiner Trauung mit Marie zahle ich Dir ein Ra⸗ pital aus, deſſen Zinſen Dich vor Sorgen und Noth ſchützen. Wir ſprechen darüber ſpäter, heute bin ich nicht in der Stimmung, über dieſen Punkt mit Dir zu berathen.

Wohlan, ich will Dir noch einmal vertrauen, ſagte die ſchöne Frau mit leiſer Ironie,trotzdem Du ſo oft mich getäuſcht und be⸗ trogen haſt. Ich weiß wohl, daß Du jetzt nur dem Druck der Ver⸗ hältniſſe nachgibſt, aber was thut es? Gerade darin liegt für mich eine Bürgſchaft, daß Du mich diesmal nicht hintergehen wirſt. Aber heirathen würde ich das Mädchen nicht, Henry. Wozu auch? Dieſe Liebe iſt nichts weiter, als ein Rauſch, der raſch verfliegt, biſt Du aus ihm erwacht, ſo würdeſt Du Dich ärgern über die Feſſeln.

Ich denke anders darüber, erwiderte der Marquis unwillig. Ich bin nicht aus dem Holze geſchnitzt, aus dem Dein leichtſinniger Stiefſohn gemacht iſt.

*,Nun, wie Du willſt, es wird ſich ja finden! Ich werde alſo hier wohnen und mit Marie täglich zuſammen ſein. Natürlich habe ich meine volle Freiheit, Henry, ich will nicht als eine Gefangene mich behandelt ſehen. Ich muß aus⸗ und eingehen, thun und laſſen können, ganz wie es mir gefällt, Feſſeln laſſe ich mir nicht anlegen.

Ich verſpreche es Dir.

Gut, und wenn ich einen Wunſch äußere, wirſt Du ihn erfüllen.

So lange es beſcheidene Wünſche ſind, gewiß.

Cora warf die Oberlippe trotzig empor.

Ich weiß nicht, was Du unbeſcheidene Wünſche nennſt, erwi⸗ derte ſie,ich werde weder Schmuck noch eine koſtbare Garderobe von Dir fordern, die Zeiten ſind zu ernſt dazu, und es iſt zu gefährlich, ſich in einer eleganten Toilette der Kanaille, die jetzt die Straßen be⸗ völkert, zu zeigen. Aber ich verlange einen guten Tiſch