Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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Und darauf? Was wollen Sie mehr? War das Alles, was ſie ſagte?

Alles, mein Freund. Durfte ich ſie fragen, welche Entſcheidung ſie treffen werde? Hatte ich Ihnen nicht verſprochen, Alles zu ver⸗ meiden, was in irgend einer Weiſe mir zum Vortheil gereichen könne?

So haben auch Sie keine Gewißheit? 3 Nein.

Erneſt athmete auf, ihm war, als ſei eine ſchwere Laſt von ihm genommen, er fand in dem Geſicht des Edelmannes keinen Zug, der ihm Mißtrauen hätte einflößen können.

So thürmen die Sorgen ſich auf, ſagte er,und es gehören ſtarke Schultern dazu, um die ſchwere Laſt zu tragen. Ich muß Sie bitten, mir zu erlauben, daß ich mich täglich nach dem Beſinden der jungen Dame erkundige.

Ich würde es ſeltſam finden, wenn Sie es nicht thäten, er⸗ widerte der Marquis freundlich.Kommen Sie, ſo oft und wann Sie wollen, Sie werden hier ſtets eine Antwort auf Ihre Fragen erhalten.

Es wäre furchtbar, wenn der Tod ſie wegraffte, ſeufzte Erneſt, dem die Thränen in die Augen ſchoſſen.Wenn ich dem Gedanken an dieſe Möglichkeit nachhangen wollte, könnte ich wahnſinnig werden.

So verbannen ſie ihn, ſagte der Edelmann ruhig,man muß ſtets das Beſte hoffen. Und iſt es denn heutzutage eine Seltenheit, daß eine Krankheit plötzlich den geſundeſten Menſchen wegrafft? Muß nicht Jeder darauf gefaßt ſein, daß im nächſten Augenblick ihn der Tod erreichen wird? Man will wiſſen, das Bombardement werde in einigen Tagen beginnen, der Feind ſoll es bereits angekündigt haben, platzen erſt die Bomben in den Straßen von Paris, dann werden die Opfer zahlreicher werden. Und nun denken Sie, was geſchehen wird, wenn die Deutſchen die Stadt erſtürmen! Paris iſt alsdann der ganzen ungezügelten Wuth der Stürmenden preisgegeben, die von Blut berauſchten Soldaten werden rauben, ſengen und morden, und der Lebende mag dann wohl diejenigen beneiden, welche vor dieſer Schreckensſtunde in's Jenſeits hinübergegangen ſind.

Das wäre entſetzlich!

Aber immerhin möglich. Je länger unſer Widerſtand währt, deſto höher ſteigt die Wuth des Feindes, der längſt das Ende dieſes