Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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ſtand Madame von Chateaufleur, welche die Gruppe mit ſarkaſtiſchem Lächeln betrachtete.

Der Marquis hatte raſch ſeine Faſſung wiedergefunden, er trat auf ſie zu, um ihr Vorwürfe zu machen, aber Cora kam ihm zuvor. Ueberlaſſe es mir, dieſen Trotzkopf zu beugen, flüſterte ſie,ich weiß, wie man ihn behandeln muß.

Wir ſprechen ſpäter darüber, erwiderte er leiſe,ſobald wir es können, werde ich Dir ein Zeichen geben, ich erwarte Dich dann in meinem Kabinet. Ich hatte ganz vergeſſen, die geheime Thüre zu ſchließen, fügte er dann mit lauter Stimme hinzu,es war eine unverzeihliche Nachläſſigkeit, die mich jetzt nicht berechtigt, Ihnen einen Vorwurf zu machen. Marie, ich laſſe Sie mit dieſer Dame allein, ſie wird Ihnen das Unrecht abbitten, welches Sie Ihnen zugefügt hat, ich habe dafür geſorgt, daß auch dieſe Genugthuung Ihnen zu Theil werde. Was ich Ihnen geſagt habe, und was Sie mir darauf erwiderten, das wollen wir vergeſſen, ich hege noch immer die Hoff⸗ nung, daß Sie ſich eines Andern beſinnen werden.

Er verbeugte ſich nach dieſen in ſehr höflichem Tone geſprochenen Worten und ging durch die geheime Thüre hinaus.

Es war ihm ärgerlich und angenehm zugleich, daß Cora ihn ſo unerwartet überraſcht hatte und dazu noch in einer ſo wenig benei⸗ denswerthen Situation, ärgerlich, weil ſie nun im Beſitz eines Ge⸗ heimniſſes war, welches für ihn gefährlich werden konnte, angenehm, weil er mehr und mehr einſah, daß er der Hülfe dieſer ſchlauen und erfahrenen Frau bedurfte, wenn er das erſehnte Ziel erreichen wollte.

Und Cora befand ſich ja jetzt in Verhältniſſen, welche ſie zwan⸗ gen, ſich ganz ſeinem Willen zu unterwerfen, ſie hing von ſeiner Gnade ab und er glaubte mit leichter Mühe ein gefügiges Werkzeug aus ihr machen zu können.

Er dachte darüber nach, während er in ſeinem Kabinet auf und nieder wanderte und Erneſt erwartete.

Im erſten Augenblick war er entſchloſſen geweſen, ſeinem Diener Vorwürfe zu machen darüber, daß er Madame von Chateaufleur in das Kabinet geführt hatte, aber er ſtand davon ab, er kannte ja nur zu gut die Energie dieſer Frau, und er mußte in erſter Neihe ſich ſelbſt ſeiner Nachläſſigkeit wegen Vorwürfe machen.

Daß Cora ihn betrügen werde, glaubte er nicht, wie hätte fie es auch gekonnt? Sie war jetzt ſeine Gefangene, ſo gut, wie Marie,